Sparkasse

Wie schon erwähnt, findet die Mitgliederausstellung in einer Sparkasse statt. Jetzt bin ich ja in den letzten Jahren kein Sparkassenfan. Mit dieser Kasse hatten wir vor Jahren mal einen Vertrag: für 50 DM im Monat hängten wir immer wieder andere Bilder in die Chefetage. Das war ja nicht so viel Geld, für unser Atelier erleichterte es die Bezahlung der Nebenkosten. Höchstwahrscheinlich weil wir das für wenig Geld machten, hat man uns auch wie der letzte Dreck behandelt. Niemals gesagt: das sieht gut aus, eher so: da kommen die Blödmänner schon wieder an. Schließlich wollten sie das gar nicht mehr und ich war auch nicht traurig, als ich nicht mehr mit den Bilden hin und her hetzen musste. Dann haben sie die ganze Sparkasse umgebaut und in der mittleren Etage alle Wände raus, nur noch ein großer Raum, in dem, vermute ich, auch oft nicht viel los ist. Kundenberatung und so. In dem großen Raum, der sehr hell ist, haben Mitglieder des Kunstvereins  jetzt aufgehängt- es waren die richtigen beisammen. Trotz dem viel Platz ist, ist es ihnen gelungen noch dunkle Ecken zu schaffen durch ungeschicktes Anordnen von Stellwänden und in die Ecken haben sie dann die Bilder der Leute gehängt, die sie dafür verantwortlich gemacht haben, dass in vorherigen Ausstellungen ihre mitteleindrucksvollen Bilder mehr in einer Ecke hingen. Die haben sie jetzt schön positioniert. Wenn sie jetzt glauben, dass ich mich schwarz ärgere, dann haben sie sich geschnitten. Ehe ich einen Nachmittag in der Kasse rumhusche mit Aufhängen, um mich dann s päter nochbeschimpfen zu lassen, können sie mein Bild wo auch immer hinhängen.

Aber es hat auch was von: „der Klügere gibt nach, das bedeutet die Vorherrschaft der Dummheit.“ Von daher kann ich auch die Dame verstehen, die ihr Bild einfach wieder mit nach Hause genommen hat. Die Krux ist halt das: viele Kunstschaffenden sind nicht bildungswillig, was den Umgang mit ihnen erschwert. Sie sehen einfach nicht, wenn sie „will und kannnicht Plagiate machen, einen Brancusi oder Gonzalez verrschlimmbessern  oder einen Strzeminski verschlimmern oder mit Materialen herummantschen, das es einem übel werden kann. Was ich nicht verstehe: wenn ich jahrelang male und meine Bilder dann auch kritisch betrachte, dass sich dann nicht ein natürliches Farbgefühl entwickelt.

Da habe ich einen Film gesehen , der über eine adlige Dame gemacht wurde, die die Guggenheimsammlung mit aufgebaut hat. Da kam ein R. B. vor, ein Künstler, der im Stil von Kandinsky gemalt hat und so was von vergessen ist… das hat mir auch zu denken gegeben.

Ich bilde mir ein, dass in Ländern, in denen viele sich z.B. mit Lyrik im privaten und öffentlichen Raum beschäftigen, ein natürliches Qualitätsgefühl entwickelt wird. Und ich bedauere, dass in Kunstvereinen wegen übersteigerter Eitelkeit, und mangelnder Gruppenarbeit dieses Gefühl sich wie eine Nadel im Heuhaufen versteckt, was echt schade ist.

Ein Raum, der keine Sparkasse ist, aber auch kein Gemeindezentrum, das wäre bei allem doch hilfreich.

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