Schnee

Kaum ausgesprochen, dass etwas Schnee auch mal nicht schlecht sei, schon war es am nächsten Tag draußen weiß. Man muss schon vorsichtig sein mit dem, was man so in einem Blog sagt. Heute war es dann tatsächlich so, dass eine dickere Schneedecke da war, kein Schneepflug den Nordpfad räumte und ich den neuen Mieter im der Wohnung beim Atelier bitten musste, zu kehren, was er auch gern gemacht hat. Ein Tag, an dem ich nur zum Schnee schippen draußen war. Die Zeichnung eines Ponys für die Zeitung konnte ich fertig machen, der Film mit Charly Chaplin war leider mit seinem Englisch doch eher schwer verständlich für mich, ich habe ihn aber auch schon in Deutsch gesehen. Langeweile hatte ich nicht, aber doch so ein Gefühl, dass das Leben für mich in der Zukunft in ruhigeren Bahnen läuft.  Was ganz witzig war: meine Freundin S. wollte mit Tochter zum Kaffee kommen, konnte nicht den Nordpfad hoch, ich hatte zuvor vorgeschlagen, vielleicht auch zu laufen. Dann dachte ich aber, sicher hat die Tochter keine Lust zu laufen. In einem Telefonat anschließend erfuhr ich, dass die Tochter keine Lust hatte zu laufen. Was ich verstehe, was mich nur gewundert hat, wie deutlich meine Vermutung war. Ich dachte an den Satz in „Bernada Albas Haus“ : wir Alten sehen durch die Wände.

Ich will nicht sagen, dass die Tochter verwöhnt ist, sie ist aber doch irgendwie anders, als ich es war. Sie legt wert auf Unversehrtheit des Outfits, was mir auch nicht schaden würde, denn in letzter Zeit laufe ich schon etwas schlampig herum. Aber es ist auch eher ein unter einer Käseglocke leben, getrennt von den Launen des Wetters. Ich kann es nicht so richtig beschreiben, denke aber daran, dass in der Schule manche Kinder nicht mit Ton arbeiten wollten, weil dann die Hände dreckig werden. Da fehlen wahrscheinlich einige Stunden freies Spielen in der Kindheit. Ich wäre gern heute etwas spazieren gegangen, aber mein Mann ist gefährdet, wenn der Boden glatt oder holprig sein kann. Der Schnee war aber schon schön: weiß und leicht und weich und zart wirkend. Es waren aber nur wenig Leute unterwegs, wie ich an den Spuren sehen konnte.

Ich musste aber auch an die vielen Obdachlosen denken, die es überall gibt.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s