Jahresende

Ganz schön schnell geht so ein Jahr vorbei. Morgen ist Silvester. Das Wetter ist regentrüb, aber besser als wenn man dauernd mit Schneeschaufel und Salz draußen ist. Heute war ich kurz trotz Regen um die 4 Ecken gegangen. Ich hatte die Jacke meiner Freundin B. an, die eine eher dreieckig gearbeitete Kapuze mit Kunstfellrand hat. Das hat zur Folge, dass man glatt und sauber überfahren werden kann, denn man kann nur gerade aus schauen, so eine Art Kanonenrohrsehen. Aber die meisten fahren hier in der Ecke langsam. Ein Nachbar, den ich den Schleicher nenne, weil er so leise und vorsichtig mit dem Auto fährt wie ein Geist, ist dann Schritt neben mir bergauf gefahren und hat sich mit mir unterhalten, während seine Frau geradeaus schauend vor sich hin lächelte. Ich denke, sie registriert die Ereignisse des Tages noch, aber sie weiß ansonsten nix damit anzufangen. Hoffe, ich habe noch etwas Zeit bis dahin.

Jetzt schreibe ich schon ein halbes Jahr lang dieses Blog (der oder das? ich glaube das), und eigentlich bin ich froh, dass es eher im Verborgenen ist und mehr von guten Freunden gelesen wird. Manchmal hört man ja Sachen, was so alles passieren kann, das will ich lieber wieder vergessen.

Mein Sohn J. hat mir ganz viel Holz gehackt und der Ofen bullert gemütlich. Mein Mann ist schon zu Bett, und ich sitze bequem im Sessel, weil das wlan wieder geht. Eigentlich wollte ich über das vergangene Jahr reflektieren. Die Gedanken, dass jetzt so langsam wirklich die Zeit des Alters vor mir liegt, sind eigentlich neu in diesem Jahr. Die vielen Bilder in der Ausstellung zu sehen, das war auch neu. Lustig auch, wie meine Freundin B. ihr Freund R. und ich die Preise gemacht haben. Manches war auch echt cool: dieser Besuch in Brüssel- so mit dem Bus bis Luxemburg, die Ausstellung der Arbeiten meines Sohnes S. im Schaufenster. Die Reise in die Schweiz- mit Bergen, Wiesen und Kühen satt. Der Besuch in Speyer, wo die Domglocken ins Hotelzimmer nahe des Domes geläutet haben , und wo unsere Tochter mit ihrem Preis auch nett empfangen wurde, lebhafte Leute sich interessierten.

Und überhaupt, das Arbeiten im Atelier, dass das Atelier wieder gemütlicher wurde ohne K., das Gefühl, dass ich beim Malen doch nicht ganz auf verlorenem Posten stehe, usw. Ich glaube, ich könnte noch bis morgen früh reflektieren. Morgen soll es am Abend Schinken im Brotteig geben, ich hoffe sehr, dass der Metzger uns etwas ordentliches verkauft hat. Das ist ja auch immer so eine Sache. Heute im Supermarkt hatte ich Lust darauf, Gurke zu essen. Kaufe so eine eingeschweißte glänzende Gurke und probiere sie zu Hause gleich. Sie schmeckt einfach furchtbar, wie nasses Düngemittel. Da wird so an den Lebensmitteln rumgepfuscht, dass einem schier der Appetit vergeht. Warum kann das keine natürliche SAche sein, was man so zu essen kaufen kann?

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