Ausixen

Eigentlich ist das etwas, was ich ganz gerne mache. Ich rede mir dann ein: du bist weiter gekommen. Heute habe ich mich an meinen Stapel mit Spanisch Büchern und Heften gemacht. Da war ein Kalender von 2009 dabei, jeden Tag sollte man ein anderes Blatt lesen und lernen. Irgendwie ist das nicht ganz mein Stil. Die Hälfte der Blätter hatte ich raus gerissen, den Rest dann vergessen. Die raus gerissenen Blätter habe ich dann heute in einem Aufräumwahn durchgelesen und nur die aufbewahrt, die ich für mich als nützlich angesehen habe, die anderen mit Genuss in den Ofen geworfen- brauche sie nicht mehr.

Beim Übermalen von Bildern ist es ähnlich- ich entscheide, was aufhebenswert ist, das andere ist Vergangenheit, Arbeit oder Leben 2. Klasse. Irgendwie auch eine Art Aufräumwahn, wobei ich damit nicht sagen will, dass es bei mir ordentlich ist. Dazu mache ich viel zu viel Unterschiedliches, kann Ton nicht wegwerfen, auch wenn er schon halb verschimmelt ist- usw. Ein Pullower, den ich durch Wäsche verkleinert habe, wird noch als Bettpullower getragen.

Wenn man älter wird, werden Erlebnisse aus der Kindheit wieder wichtiger. Meine Oma, die ja über 100 Jahre alt wurde, hat manchmal so in der Vergangenheit geträumt oder gehalbschlafen, dass sie sich erst mal wieder in der Gegenwart zurechtfinden musste. Ich bin nicht sicher, ob das hier überhaupt passt- dieser Trennvorgang von Sachen in “ bleibt“ oder „bleibt nicht“ wird von unüberschaubaren Zusammenhängen geleitet und dabei ist auch noch das Erlebnis der Zeit, wo es nicht alles so gab. Wer würde nicht mit Genuss seine Krücke wegwerfen, wenn er wieder ohne gehen kann, doch was macht er: er legt sie auf den Speicher, falls er sie noch mal braucht.

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3 Kommentare zu „Ausixen

  1. tja, müsste es da wohl in meinem blogtextchen besser „unnütz gewordene Krücke“ heissen? 🙂
    jaaa, kunst ist unnütz. hihi … das gefällt mir!
    doch, stell dir vor, wie es auf der welt wäre ohne kunst!
    und wie leer die welt wäre, wenn da nur noch nützliches wäre nur noch notwendiges …
    tja …
    es lebe der überfluss!
    liebgrüss aus bern
    d.

  2. Ei nee, Kunst hat keinen eigentlichen Gebrauchswert wie Messer oder Gabel, ist aber nicht unnütz, da ohne Kunst das Leben arm dran wäre. Die Krücke wird nicht mehr notwendig gebraucht. Überflüssig bleibt ein schillernder Begriff, wird wohl gebraucht für etwas, das man nicht braucht. Für den, der den Umgang mit dem Schönen nicht braucht, ist die Kunst überflüssig. Solch Leute werden sich aber nicht bewusst, wie langweilig ihre teuren Reisen ohne Kunst wären. mit lg aus Zweibrücken

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