Ende

Wie heißt es bei M.v.Ebner Eschenbach: Der alte Satz: Aller Anfang ist schwer, gilt nur für Fertigkeiten. In der Kunst ist nichts schwerer als beenden und bedeutet zugleich vollenden.

Sofaspophia hat mit auf ein Gedicht von Dürrenmatt aufmerksam gemacht: Ergreife die Feder. Da heißt es: Alles lässt sich besser schreiben darum lass die schlechtere Fassung stehn. Man soll auch keine Pläne machen, oder wenn man sie schon macht, soll man sie nicht befolgen.

Man soll bei der künstlerischen Arbeit nicht potentielle Meckerer im Ohr haben, sage ich jetzt einfach noch dazu. Als ich noch Kunstvereinsvorsitzende war, hat mich das potentielle Gemecker im Ohr echt genervt, ich konnte es nicht ablegen. Ich bin froh, dass sich das mit dem Ende dieser Tätigkeit gelegt hat.

Man ist halt sehr sensibel, macht was, was in der Form neu ist und rechnet mit einem Echo in gewisser Weise, kommt dann irgendein Gemecker, haut es in das empfangsbereite Innere richtig rein.

Manchmal kann ein Rat auch gut sein: diese Ecke hier ist echt gut, versuche doch diese Farbe zu ändern, sie nimmt der guten Ecke die Wirkung.  Als es kommt doch wieder etwas auf messen oder bemessen an, lohnt sich der gut gemeinte Rat, bringt er weiter oder blokiert er ..na usw.

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3 Kommentare zu „Ende

  1. als ich gestern auf einer lesung und präsentation für eine zeitschrift war, in der keine texte von mir waren, sondern ein paar schnelle zeichnungen, habe ich mich mit einem autor unterhalten, dem die zeichnungen gut gefielen. das freute mich sehr. und wir sprachen über den unterschied zwischen zeichnen und schreiben. dass es zuweilen sehr schön sein kann zu zeichnen, weil man (bei dieser art der schnellen, flüchtigen zeichnung) sehr schnell weiß, ob etwas was geworden ist oder nicht. ein text kann ich immer wieder löschen, überschreiben, mich fragen, vielleicht lohnt sich doch noch, daran weiterzuarbeiten und so weiter. die zeichnung, die mir doch nicht gefällt zerreiße ich und werfe sie auf den boden, nehme ein neues blatt. und fange wieder an. da sagte der autor, er habe einen freund, maler und zeichner, der könne sich aber nicht so einfach von seinen zeichnungen lösen und würde genau die immer wieder überarbeiten, ihm selbst, der neben dem schreiben auch malt, ginge es aber so ähnlich wie mir. womöglich hat es auch damit zu tun, was man als tätigkeit und was man als nebentätigkeit versteht. er habe erst damit angefangen zu zeichnen, als er jemanden im atelier besucht habe und die ganzen stifte und papierstapel gesehen habe. und wie schnell der zeichner immer wieder zum neuen papier gegriffen habe und einen neuen versuch gemacht habe. „das will ich auch machen“, das sei schneller und mit mehr material verbunden, deutlicher, weniger allein. dem text merkt man ja nicht an, ob ich ihn mit filzer, bleistift oder wachsmaler geschrieben haben. wobei: wahrscheinlich doch. wenn ich einen große, dicke ölkreide nehme und anfange zu schreiben, brauch ich ein größeres blatt, muss den tisch freiräumen oder es gleich auf den boden legen, muss mich darüber beugen, anders mitmachen – das werden sicherlich ganz andere texte, als wenn ich mich an den rechner setze. hm. das könnte man mal ausprobieren.

  2. Und was Herta macht, Worte ausschneiden und dann wieder zusammenpusseln. Oft wird auch Schrift zum Bild, oder Bild und Schrift verbunden.

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