Unglück

So ein riesiges Erdbeben, dann noch die Gefahr mit dem Atom. Ich habe das Gefühl, nicht genügend Mitgefühl  und Angst aufbringen zu können. Man kann froh sein, wenn an einem Tag oder in einer Woche keine Schreckensmeldungen über den Bildschirm ins Haus kommen. Was berührt uns wirklich? Ist die Art, wie manche Berichte das Geschehen breit treten, ist es die Art, wie dir Sprecher reden, die Dialoge mit Leuten, die irgendwie dem schrecklichen Geschehen näher sind, die vielleicht ungeschickt sind?  Kann es sein, dass die Berichterstatter sich selbst manchmal unsicher sind, ob sie den richtigen Ton treffen? Oft ist es ja so, dass gerade besonders schreckliche Fotos , von denen man annimmt, dass sie Mitleid wecken, extrem gut bezahlt werden. Wie haben diese Meldungen von Unglücken unsere Persönlichkeit verändert. Muss man sein diesbezügliches Erfassungsvermögen erweitern? Anbauen?

Ich habe den Eindruck, dass die allergischen Reaktionen und die Histamine, die ich schlucke, sich in meinem Kopf breit machen. Ich hoffe, von Tag zu Tag, ich könnte mit weniger Medikamenten auskommen, die Reaktionen würden von allein aufhören. Ich habe so ein Gefühl, nicht ganz bei Sinnen zu sein. Vielleicht ist die erwünschte Reaktion auf schlimme Ereignisse auch manchmal mit einer Art Einschränkung des Mitgefühls verbunden, weil man sonst zu sehr nieder gedrückt würde? Ich habe keinen Plan in der Tasche.

Also mit meinem von Allergie tauben Kopf bekomme ich die Problematik heute bestimmt nicht in den Griff. Mich hat diese Aktion einer Wochenzeitung, mal Lyriker zur Aktualität Stellung nehmen zu lassen, nachdenklich gemacht. Wie lang und breit hat man über diese abgeschriebene Doktorarbeit gesprochen, und ich schaue noch wenig Fernsehen- da habe ich aber wirklich gedacht: genug, genug,genug, ich habe es schon kapiert. Vielleicht 1x hören und wenn das 2.3.4.5.6.7.8.9.Mal kommt immer schnell den Ton ausmachen, umschalten oder alles ausmachen…..Heute habe ich alles aus gemacht und den Komputer geholt, da schaue ich noch keine Nachrichten.

Manchmal fühle ich mich wie in der Schule, wo manche Lehrer gehofft hatten, Stoff durch ständiges Wiederholen in die unwilligen Köpfe zu bekommen.

Heute morgen habe ich eine Zeile eines Gedichtes von Hugo Ball bei Roughbook im Bolg gelesen, die ich noch anfügen will:“ Sag mir.dass du dem Leben gut bist,“

Vielleicht hängt die Infragestellung der Reaktionen auf Unglücksmeldungen damit zusammen, dass ein versteckter Pessimismus da ist.

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Ein Kommentar zu „Unglück

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