Einladung

Gestern waren wir wegen einem 70. Geburtstag eingeladen. Außer den Kindern waren alle Gäste dann auch so um die 70 Jahre. Man sollte um halb 3 kommen und den Nachtisch gab es so um halb 12. Das sind etwa 9 Stunden in so einem Kneipennebenzimmer. Für die Gastgeber ist das noch interessant, weil sie mit allen Leuten befreundet sind, die Gäste können von Glück reden, wenn jemand in ihrer Nähe sitzt, mit dem sie reden können. Ich habe immer schon meine Zweifel an solchen Veranstaltungen gehabt. Wenn man nichts weiter vor hat, als auf das nächste Essen zu warten, gerät man in eine Art Zustand, den ich schlecht beschreiben kann. Auf jeden Fall bin ich froh, dass mein Bekanntenkreis, in dem solche Veranstaltungen gepflegt werden, nicht viele Personen zählt.

Wenn ich die Gestalten, soweit ich mich erinnere, vor meinem inneren Auge Revue passieren lasse, dann wird mir Angst und bange. Ein Drittel mit Krücken, ein Drittel völlig unförmig mit Ausbeulungen an Stellen, die dadurch mehr ins Auge fallen, als die Gesichtszüge, andere wieder mit so ausgeprägten Gesichtszügen, die an eine Abenteuerlandschaft erinnern. Früher hatten ja die Leute Freude an Besonderheiten des menschlichen Aussehens: gegen Geld wurde die dickste Frau der Welt gezeigt usw. Mir hat das gestern gereicht: something was rotten.

Aber zu etwas war es dann doch wieder gut: Freude und Zufriedenheit an Arbeit im Atelier und dem täglichen Tagesablauf, in dem die Neidproblematik gegen 0 geht.

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