Vision

Ich verstehe unter einer Vision eine Vorstellung in der Zukunft. Manchmal gehen mir visionäre Sprüche auf die Nerven. Da ich ja wenig Krimis schaue, bleiben oft Reiseberichte oder halbwissenschaftliche Sendungen übrig. Wird der Forscher diese Wölfin Ura (rein zufällig gewählter Name) nochmals treffen? Kann der Reisende diese entsetzliche Kälte aushalten? Wie wird der Saurier diese Hitze überstehen? (fast kann man sich denken, dass er ausgestorben ist). Ich denke die Filmhersteller wollen dann auch so eine Art Krimispannung haben.

Kunst sollte eigentlich nicht nach dieser Machart laufen. Bei Irgendlinks „Kunstreisebloggen“ ist von einem Unterhaltungswert in dem mindestens 2. oder 3. Artikel in der Zeitung die Rede.  „Das Ende ist ungewiss. Schafft er es, bricht er die Reise ab? Mitreisen ist spannend, denn ich verschweige selbst Krisen nicht“ , verspricht der „Künstler in motion“.

Aber mein Kunstbegriff ist inzwischen veraltet, was nicht wundert, wenn man schon so alt geworden ist wie ich. Da ich aber schon mal am Meckern bin… es gibt so eine Art Kunstherstellung, wo man eigentlich wenig ausdrucksstarke Einzelteile zu einem großen Ganzen zusammenfügt und damit Gewicht gibt. Z.B. kleine gehäkelte Blumen mit einem Durchmesser von 7cm zu einem Teppich 2×5 Metern. In der Schule finde ich das zulässig aber als Kunstwerk eines Einzelnen fragwürdig.

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6 Kommentare zu „Vision

  1. Das Thema „Kunst“ scheint uns im Moment gar nicht mehr loszulassen, auch mich nicht. Ich kann diesen Satz hier von dir irgendwie sehr gut verstehen „Z.B. kleine gehäkelte Blumen mit einem Durchmesser von 7cm zu einem Teppich 2×5 Metern. In der Schule finde ich das zulässig aber als Kunstwerk eines Einzelnen fragwürdig.“ Einfach ein Mehr von dem, was man gemacht hat, sobald es groß wird, kann man es dann Kunst nennen.

    Ich weiß zwar immer noch nicht, was Kunst ist und was nicht, aber ich kann wenigstens von meinen Empfindungen sprechen. Letztendlich kann man alles als künstlerischen Ausdruck verkaufen, selbst, wenn ein Schimpanse auf die Leinwand kackt. Der „Künstler“ sagt dann, der Ekel, der dadurch entsteht, sei Kunst. Aber dann kann man ja auch einen Regenwurm zerteilen, sich ekeln und sagen: Ich bin ein Künstler {weil ich mich soeben selbst zum Ekeln gebracht habe}.

  2. Weißt Du, was in der Dose war, auf der „merde d artiste“ stand, die als Kunstwerk verkauft wurde? Eingemachte Aprikosen, er hat nur ein anderes Schild drum gemacht. Überraschende Einfälle haben schon was mit Kunst zu tun. Ich finde auch immer noch Monikas Komment in RKS ( Soundopfer Sinnmonster) brauchbar. Quäl Dich nicht: wenn Du denkst: das da ist für mich keine Kunst, bist Du kein Banause, sondern jemand mit einer eigenen Meinung. Seit man van Gogh nicht ernst genommen hat, trauen sich viele nicht mehr, Unverständnis zu zeigen. Bei guter Kunst kann man immer etwas lernen, das ist mir wichtig. Oft erst mal: Häh? Dann ach so, ich verstehe. Wenn nicht, war es halt für mich nicht Kunst.
    Und, wenn ich sie gekauft habe, schaue ich sie oft an und werde ihrer nicht müde. Ich habe begeistert manchmal Schülern Bilder abgekauft, konnte sie aber nicht lange an der Wand hängen sehen, auch so Laienarbeiten, die ich aus Höflichkeit von Gefangenen nach Kursen kaufte, landeten auf dem Speicher.

  3. Ich glaube, was Kunst ist, und was nicht, sollte man der Nachwelt überlassen und sich darauf konzentrieren, das zu tun, was man für richtig hält, ohne sich darum zu kümmern, was wohl die Nachwelt für Kunst halten könnte.

  4. Ach, auf was ist schon Verlass? Die Nachwelt hat auch manchen Großen lange Jahre erstmal vergessen. Aber gut, dass jeder so seine Meinung dazu haben kann und auch darüber reden kann.
    Ich wünsche Dir eine erfolgreiche Reise und ein erfolgreiches Reiseblog!

  5. da wäre der begriff unterhaltungswert zu definieren. unterhaltung und kunst muss sich nicht beissen. aber nie sollte unterhaltungswert der motor für uns kunstschaffende sein.
    letztlich, wie irgendlink kommentiert, tun wir, was wir tun müssen. wozu wir uns von innen heraus gedrängt fühlen. ausdrücken, was uns eindruck macht, sozusagen.

    spannendspannend … und wirklich endgültige antworten gibt es da nie. und die nachwelt? ehrlich gesagt: mit interessiert die mitwelt da viel mehr 🙂

  6. Den J.S.Bach hatte man erstmal vergessen, um nur einen zu nennen.(Mendelsohn hat ihn ausgegraben) Es ging mir eigentlich nur die Parallele zu diesen komischen rhethorischen Fragen in Filmen und Artikeln wie: wird es es schaffen? echt auf die Nerven. Man steht als Künstler ständig vor Fragen..dazu schreibe ich gleich was.

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