Heiter bis wolkig

Man kann ja nicht immer gleich gut gelaunt sein, zumal, wenn man etwas mit Erkältung oder Allergie zu tun hat. Ich habe dann heute morgen gedacht: sammle mal Pluspunkte… Den Wecker nicht gehört- Pluspunkt- weil fest geschlafen…warm im Bad- Pluspunkt- Tee schmeckt gut- Pluspunkt- Ein Stück eines Berichtes über Franz Kline gesehen,  wo angenehm über die Sprache der Farben gesprochen wurde- Pluspunkt. Eine Freundin bedankt sich für die Fotos, die ich mal wieder im Labor vergrößert habe- Pluspunkt, ich bin dabei, die schlechte Laune zur Seite zu schieben- Pluspunkt- die Sonne lässt sich kurz sehen-Pluspunkt- das  Ä im Komputer bockt nicht immer- Pluspunkt

Man sagt ja oft: die Nachwelt wird entscheiden, wer als Künstler wichtig war.  Dazu kann ich nur sagen: das Biild, das die Nachwelt sich formt, hängt von vielen 2. und 3. Personen ab, die schreiben oder geschickt verkaufen usw. Das Bild, das in der Nachwelt entsteht ist ein ganz anderes, als das Bild, das im Jetzt entsteht. Kann man sich wirklich noch vorstellen, wie sich Goethe oder Schiller gefühlt haben, Rembrandt oder Bach? Das wird mitbestimmt von Leuten, die sich darüber ausgegagst haben, keiner fragt, ob da vielleicht auch Spinner dabei waren. Interessant, wenn auch nicht immer bequem  ist die Beschäftigung mit gegenwärtiger Kunst, wenn die auch oft von sogenannten Sachverständigen mal in die Höhe gehoben wird, mal zerschmettert wird. Diese Sachverständigen können auch nicht überall sein und in alle Ateliers schauen. Niemand regt sich auf, wenn Bilder, die gut sind, nicht beachtet werden und beim Sperrmüll landen. Was solls, wenn keine Öffentlichkeitsarbeit gemacht wird-bleibt die Sache privat- also eigentlich eher Beschäftigungstherapie als Kunst.

Außerdem halte ich das in unserer heutigen Welt für nicht so wichtig. Da gibt es so viel, das bewunderns und beachtenswert ist. Die ständige Änderung durch Fortschritte, technisch gut funktionierende Neuerungen usw.

Änderungen, die das Leben von benachteiligten Menschen verbessern würden, wären wünschenswert. Menschen, denen es gelänge, alte verbohrte unnötige und menschenverachtende Bräuche zu hinterfragen und wie auch immer abzuschaffen.

Also gut- die Gedanken sind nicht so gelaufen wie geplant- es sollte eigentlich eher Heiterkeit ausgelöst werden. Mit diesem Kunstverständnisgerede, oder dem, was man verbessern könnte, lockt man kein Lachen hinterm Ofen hervor. Wenn man im internet Witze sucht, kann man höchstens weinen, dass es Leute gibt, die darüber lachen können.  Die Sonne scheint auf eine Skulptur von S. , wo ein Affe mit den Haaren einer schönen Frau spielt. Er schaut mich direkt an und ich muss lachen.

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5 Kommentare zu „Heiter bis wolkig

  1. Das ist ein wunderbarer Eintrag, liebe Blinky. Erst einmal die Pluspunkte, bei denen ich so schmunzeln musste. Ich konnte dich quasi sehen, wie du der unbequemen schlechten Laune den Platz stiehltest, mit den Pluspunkten. Pluspunkt!

    Zu Künstlern in der Nachwelt … Da hast du Recht. Wie sie in der Zukunft empfunden werden, hat viel mit ihrer eigenen Gegenwart zu tun. Inwiefern hat ein Künstler tatsächlich eine Epoche herbeigeführt, die dann eine Progression beinhaltet? So wird er dann bewertet. Wie du weißt, komme ich bei der Frage nach Wichtigkeit und echter Kunst im Moment überhaupt nicht weiter. Genieße es nur, eure Gedanken dazu zu lesen. Vielen Dank, dass du sie mit uns teilst. +. [Pluspunkt!]

  2. Bei 2. und 3. Personen habe ich auch an Kunsthistoriker gedacht neben Zeitungsfachleuten oder Fernsehspezialisten, Kritikern jeder Art.
    Ich habe mich ja auch mal mit Kunsthistorikern beschäftigt, die lieben manche langatmige Begleitgeschichten, wenn sie ohne Bücher zurecht kommen müssen, wird es schon schwierig, wenn sie gar nichts sagen können, wird es für den Künstler schwierig. Aber, da sie viel gesehen haben, entwickeln sie oft einen Blick für Qualität. Ich wollte schon mal selbst etwas schreiben, habe aber wieder fallen lassen und bin ins Lager der Macher geschwenkt.
    Danke für den Kommentar.

    1. Wir haben zum ersten Mal die Chance, selbst zur Primärquelle zu werden. Nicht vereinzelte Tafeln oder Schriften oder archäologische Funde werden wir nur sein, sondern wir können unsere Meinung digital rausschreien, bis in die Zukunft. Ich glaube, ohne, dass wir’s wissen, hinterlassen wir gerade sehr viele Spuren unserer Zeit. Irgendwie ist das spannend, oder?

  3. Das ist halt auch viel, was da gesagt wird. Welcher arme Mensch sollte sich mal durch so viel Text fressen. Aber Du hast recht-interessant ist es! Wer hätte je gedacht, dass so viele Leute an den Kisten sitzen und auch noch in Kontakt treten können?

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