So ein Mist

Heute lese ich in der Zeitung, dass in Frankreich 500 Diabeteskranke an einem Medikament gestorben sind. Hätte ein solcher Fall nicht gereicht? Ich erinnerte mich, dass eine iranische Künstlerin, die mal während eines Konversionsprojekts oben in der ehemaligen Haftanstalt der amerikanischen Soldaten in der Nähe des Flughafens, bei uns gewohnt hat. Sie hatte herrlich krauses schwarzes Haar und immer ein weißes Kleid an. Obwohl aus dem Iran kommend, war sie Jüdin. Aber wie hat sie gehießen? Grübel- grübel- ein Name wie Fayad?? Es lässt mir keine Ruhe, ich suche einen alten Zeitungsartikel, finde ihn nicht. Weiß nicht mehr, wann die Documenta  war,  auf der ein großer Saal mit ihren Arbeiten gestaltet war. Die Wärterin dort erzählte mir auch, dass sie nach dem Wechsel des Diabetesmedikamentes morgens tot im Bett lag- etwa 40 Jahre alt.

Über die Documenta- so viele kamen da nicht in Frage- habe ich den Namen gefunden: Chohreh Feyzdjou!  Kein Wunder, dass ich vergessen hatte, ich konnte ihn nicht sicher, als sie bei uns zu Besuch war.  Es gibt kaum Fotos von ihr und den herrlichen Haaren. Hätte ich nur damals so viel fotografiert wie heute.  Ich erinnere mich auch noch an die Arbeit einer anderen Künstlerin (Name weg), die Fotos von Folter und Kriegswunden so groß wie der Zellenboden in die Zellen gelegt hatte. Choreh hatte versucht, einen Panzer durch Pappkartons zu verunstalten, was eigentlich nicht so gut wirkte, da die Kartons mit einem militärischen grünen Netz zusammen gehalten wurden. Aber ich hörte davon, dass sie alte Stoffe und alte Bilder sammele. War dann in Kassel doch erstaunt, was sie so alles gesammelt und mit schwarzem Farbpulver verfremdet und auch in Weckgläser gesteckt hatte.

http://www.youtube.com/watch?v=K97ei-MK_zo

(Hallo Soso, hat geklappt-danke)

Diese Medikamentenhersteller und die Leute, die sie genehmigen und  und und… wirklich Mist! Ist  schon so lange her und jetzt kommt erst das Verbot!

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2 Kommentare zu „So ein Mist

  1. Sehr düstere Kunst. Geht ja auch nicht anders. Gerade bei iranischer Kunst wird sehr deutlich, wie sehr das Werk den inneren Zu- und Umgang mit der Realität refkektiert. Je heilloser die Lebensumstände, desto stärker sieht man eben diesen Zusammenhang zwischen Ich –> Umwelt –> Werk. Danke.

  2. Da ist da auch die Liebe zu alten Sachen. Zusammengerollt wie auf Teppichstangen hat sie alte aus dem Ramen getrennte Bilder. Das unsichtbare Gemalte hat etwas Geheimnisvolles, trotzdem würde ich nicht aufrollen und schauen wollen, nur wissen, es ist etwas im Verborgenen.

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