Durcheinander

Da ist ein Durcheinander in meinem Kopf- geht um Einsamkeit (was ich ja zur Seite schieben will) , um Erinnerung und dazwischen habe ich mir einiges aus dem olympischen Geschehen gemerkt. Das zuletzt genannte zuerst erwähnt: es hat mich so beeindruckt, wie Raffael Holzdeppe, der an der gleichen Schule war, an der ich unterrichtet habe, sich mit Hilfe des Stabes von der Erde wegbewegen konnte und wie er dann so elegant auf der Matte landete. Auch das Lichterspiel der Schlussveranstaltung hat mich beeindruckt- eine Schachtel voller Wunder! Früher, auch heute noch, öffne ich gerne Deckel von Schachteln. Da taucht eine Erinnerung auf: eine Mitbewohnerin unseres Hauses in Rockershausen, wo es uns nach dem Krieg eher ärmlich ging, ließ mich, nachdem ich für sie eingekauft hatte, mir einem Knopf aus ihrer Knopfschatulle aussuchen. Da hat sie aber diese Neugier ganz schön ausgenutzt, wo ich immer so scharf auf Süßigkeiten war.
Meine Oma (die über hundertjährige) hat manchmal geträumt, als sie schon ziemlich alt war, dass sie in einer früheren Zeit lebe. Beim Aufwachen sagte sie über ihr ganz bekannte Damen in der Gegenwart: wer ist denn diese fremde Dame hier? Erst langsam fand sie sich wieder in der Gegenwart ein.
Bei Auster habe ich gelesen ( Erfindung der Einsamkeit S.208): „Eine Besessenheit von einer Idee ummauert einem in Einsamkeit. Man sieht nur noch seinen eigenen Gedanken. Eine Geschichte jedoch reißt, da sie keine logische Beweisführung darstellt, diese Mauern nieder. Denn sie postuliert die Existenz anderer Menschen und erlaubt dem Zuhörer, Verbindung mit ihnen aufzunehmen- wenn auch nur in Gedanken.“
Zuvor geht es darum, wie Schehrezàd mit ihren Geschichten den König abzulenken wusste.
Ein wenig dachte ich an: die Gedanken sind frei, denn selbst, wenn man in einem kleinen Zimmer allein sitzt, kann das, was aus der Erinnerung herein kommt und das, was durch das Schreiben aus dem Raum herausführt, im Leser zur Erinnerung wird, die Einsamkeit überwinden.
Um das Durcheinander zu unterstützen: gestern beim Wassertreten treffe ich einen lange nicht mehr gesehenen Spanier mit seiner Frau. Mir ist immer noch peinlich, wie zickig meine Gedächtnis erlernte Worte und Sätze nicht rausrücken wollte. Da muss ich was gegen das Vergessen unternehmen. Über ein Jahr keine VHS……
Und noch eine Vorfreude: nächste Woche gibt es ein Wiedersehen mit dem Sohn, der neuen Tochter und dem Enkel!

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2 Kommentare zu „Durcheinander

  1. „Die Gedanken sind frei, denn selbst, wenn man in einem kleinen Zimmer allein sitzt, kann das, was aus der Erinnerung herein kommt und das, was durch das Schreiben aus dem Raum herausführt, im Leser zur Erinnerung wird, die Einsamkeit überwinden.“

    sehr schön formuliert … ja, schreiben wird zur tür nach draussen, wenn wir sie öffnen. beim bloggen zum beispiel.

    grüsse an euch zwei und die „jungen“ … 🙂

  2. Ich hatte ja schon von „Weiterbloggen“ gesprochen. die Grüß an die „Jungen“ kann ich Sonntag hoffentlich weiter geben. Danke!

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