Esel

Heute habe ich jemand, der mir eine Gefälligkeit gemacht hat, ein Foto von einem Esel geschenkt. Eben habe ich beinahe geschrieben: einen Esel geschenkt- ein Fehler, der bei Bildbeschreibungen oft vorgekommen ist.Worum handelt es sich?
Nicht nur, dass die Antwort kam: um ein Bild von Rembrandt- anstatt um eine Wiedergabe eines Bildes von Rembrandt- gab es auch: um einen alten Mann….
Darum ging es mir aber nicht. Anknüpfend an meinen Bonsai, der immer noch einen schönen Schatten wirft, steht der Esel einfach nur so da und wirft einen Schatten auf einen Lattenzaun. Können wir von den beiden vielleicht auch was lernen? Meistens können wir was lernen, müssen wir meistens was lernen? Können wir einfach nur so da stehen?
Manchmal denke ich: wieviel angenehmer ist doch die Dame, die zum gongen kommt, ihr Ding macht, dann wieder geht, als jene, die ihr Kommen mit kommentiert: ich komme ja jedes Mal, habe noch gar nicht ausgesetzt, ständig erwartet, dass man sie wichtig nimmt. Ich kann mich schlecht ausdrücken. Bei einem Kunstvereinsstammtisch fing eine andere Dame an, mir lange und lautstark zu erklären, was für herrlich interessante Ideen sie in ihren Bildern zu verwirklichen wüsste. Mir kam in den Sinn:“Künstler bilde, rede nicht.“
Steht man jetzt einfach nur so rum, wirft seine Arbeit und seine Ideen in die Welt, ohne viel herumzugackern, dass man jetzt ein Ei gelegt hat, dann wird man vielleicht weniger beachtet und ernst genommen, weil man nicht so viel nervt.
Apropos nerven: so ein richtiges heiseres Eselsgeschrei nervt auch ganz schön.
Wenn ich nicht zu faul wäre, könnte ich das Foto scannen lassen, es ist mit der Hasselblad gemacht, und dann zeigen, aber ich denke, es ist auch so verständlich, wie viel Ruhe und Stabilität ein so einfach im Leben stehendes Wesen ausstrahlen kann.

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2 Kommentare zu „Esel

  1. in einem lied meiner lieblingsband geht es um einen gummibaum, der einfach so ein wenig herumsteht, weil es das einzige ist, dass er kann. und verstauben. das eselbild ist klasse. müssen wir immer was machen?
    ist nicht einfach-sein das wirklich wesentliche?

    und wenn wir doch unsere eier lgelegt haben – so schön zwischen einfach-sein und einfach-sein? okay, dann wollen wir natürlich gesehen werden, wäre ja noch schöner und schade für die eier.

    ja, was nun? auf das grosse entdeckt-werden zu warten?

    oder einfach mal begreifen, dass wir gar nicht anders können als eier legen, wo wir doch hühner sind. oder meinetwegen iiiaaah-en, wenn wir esel sind. ob es nun jemandem gefällt oder eben nicht. die bilder, die eier, die schreie müssen raus, sonst gehts uns schlecht.

    ruhe und stabilität … ja. ähm, iiaaahh, meine ich.

  2. Du hast recht, einfach sein und machen, was man denkt, machen zu müssen und dann auch etwas geckern und sei es in einem Blog. Liebgrüß bb

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