Kontrast

Das scheint ja ein müder Laden zu sein- dieser Blog! Wenn sich die Schreiberin auch im Elsaß rumtreibt. Gestern der Heimweg an Straßburg vorbei war wieder mal so ein Kontrastprogramm: aus einem ruhigen Ort, der zwischen Hügeln und Weinreben sich kuschelig eingerichtet hat, auf einer Straße, wo jeder in kriegsähnlich wirkender Hetze ums Vorwärtskommen ringt. Aber bald waren dann die ruhigen Straßen um Philippsburg und Bitche eine Erholung.
Ich wollte immer schon mal einige Tage lang die Athmosphäre eines ruhigen Dorfes genießen. Allerdings war dort, als wir ankamen, die einzige Krachveranstaltung, die es einmal im Jahr gibt,am Laufen. Eine Ralley, bei der es vor allem um laute Motorengeräusche ging, weniger ums Siegen. Die Zuschauer, die ich beobachtet habe, hatten alle ein Lachen oder Lächeln auf den Lippen. Kaum war der Spuk vorbei, machte sich umso fühlbarer die Ruhe wieder breit.
Ich habe mich in der letzten Zeit öfter mal gefragt, inwieweit Kontraste das Leben bereichern? Ob es nicht typisch für unsere Zeit ist, nach einem Kontrast zu suchen, um beachtet zu werden. In der Malerei biete ich dem Betrachter auch oft Kontraste, habe mir aber selbst jetzt ein Bild mit wenig Gegensätzen aufgehängt, um in Ruhe darüber nachdenken zu können.

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2 Kommentare zu „Kontrast

  1. Da stellst du eine sehr interessante Frage. Ich glaube, ohne Kontraste – also so ganz ohne Kontraste – würde alles einerlei sein. Alles würde sich ähnlich anfühlen und ähnlich aussehen. Es würde vermutlich nicht einmal Wohlbefinden und Schmerz geben. Vielleicht auch nicht schlecht, aber ich kann’s mir andererseits ja auch gar nicht anders vorstellen.

    Wusstest du, dass es die Kontraste so, wie wir sie wahrnehmen (also die, die wir mit unserem Auge sehen) gar nicht in der Stärke gibt? Das machen unsere visuellen Rezeptoren im Auge. Jedesmal, wenn wir etwas ansehen, wird an den „Eckpunkten“ des Objektes simultan zum bestimmten Ort in der Retina die nebenliegenden Zellen in ihrer Aktivität „unterdrückt“, so dass wir lateral dunkler sehen und die Kontraste dadurch verstärkt werden. Das nennt sich „Laterale Inhibition“. So. Und das hat einen Sinn. So können wir Menschen Objekte prägnanter sehen und sie meiden oder „pflücken“ und sammeln.

    Was man in Wahrnehmungspsychologie nicht alles lernt, nicht wahr?

  2. Sehr interessant, was Du über die Wahrnehmung schreibst. Was mir schon aufgefallen ist, ist, dass mir manchmal Fotomotive, nachdem mein Foto mich enttäuscht hatte, weil die feinen Nuancen, die mich begeistert hatten, nicht zu sehen waren, beim 2. Mal hinsehen nicht mehr so interessant erschienen. Ich dachte dann, der Fotoapparat sieht eher, wie es ist und ich sehe eher wie ich es haben möchte.

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