Halbe Sachen

Gut, ich habe viele Hobbies, das Malen, das ich zeitweise doch recht ernst nehme, töpfern, was ich stark vernachlässigt habe, fotografieren, was aus dem Labor heraus mehr auf den Desktop gewandert ist, im Kunstverein helfen, was mir in den letzten Tagen viel Zeit weggenommen hat, dann Arbeiten im Haus und im Garten, Blogschreiben, mir fällt bestimmt noch was ein. Quittengelée und Quittenbrot machen, auch das hat mir viel Zeit genommen. Leute, die sich nur auf eine Sache konzentrieren, erreichen sicher viel mehr. Habe ich schon von Sport und Qigong gesprochen?
Trotzdem war ich eben doch etwas entsetzt, in welch traurigem Zustand sich mein Fotolabor, das sich den Platz mit der Waschküche teilt, befunden hat. Da waren diese Arbeiten im Flur, bei denen ich mit Lack gestrichene Gipswände abgeschliffen habe- natürlich hat niemand dran gedacht, unten die Tür zu schließen. Meine schönen 6×6 Filmstreifen und Gipsstaub! Ich bin entgeistert.
Doch freue ich mich schon auf morgen: wenn es auch nur halbe Sachen sind, die ich so mache, freut es mich, wenn mir allmählich aus der Entwicklerschale ein liebes Gesicht im Halbdunkel entgegenkommt. Ich denke, auch einige der Nebellandschaften sind gut geworden. Bei diesigem Wetter habe ich im Elsaß in Begleitung meines Sohnes die schwere Kamera den Berg raufgeschleppt, unterbrochen von Handyklingeln (im Tal war ein Funkloch) immer wieder in der Hoffnung auf gute Ergebnisse trotz vergessenem Stativ den Kasten klicken lassen. Das ist ja das beste an der Hasselblad: das Klicken. Und was ich noch gut finde, man hat nur 12 Aufnahmen.
Ich hatte so schöne SWAbzüge bei einem Kuvvereinsmitglied gesehen- gut, er macht neben seinem Beruf vermutlich nix anderes- ich war voll Bewunderung und etwas neidisch. Wie man sich durch ähnliche Interessen verbunden fühlen kann?
Und umgekehrt, wie man verständnislos vor „künstlerischen“ Arbeiten stehen kann, obwohl die Macher doch so nette Leute sind?

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6 Kommentare zu „Halbe Sachen

  1. wir sind eben nicht unsere werke. und umgekehrt. nur teile von und mehr als summen.
    ja, generalismus hat in der tat ein paar nachteile. vieles gerne machen führt auch bei mir zur verzettelung. aber was solls: hauptsache es macht spass.
    na ja, ist das wirklich die hauptsache? oder eher die, dass ich gerne vielseitig weiterentwickle, statt nur auf einer schiene?
    ich denke, das hält eine und einen auch jung, das vielseitig-sein. du bist da ja ein gutes beispiel für!

    herzlich, soso

  2. Man darf sich halt nicht kränken, wenn man merkt: auf diesem oder jenem Gebiet ist mir dieser oder jener über. Ich gebe mich mit meinen halben Leistungen zufrieden, freue mich, wenn ich denke: hier ist dir mal das für mich best Denkbare gelungen.

  3. Was meinst du, dieses letzte Foto? Das stammt noch von meiner besseren Kamera, einer Pentax, die mir leider zu schwer ist, um sie dauernd mit mir herumzuschleppen. Aber vom Fotografieren, bzw. von der Technik habe ich leider gar keine Ahnung…vielleicht ein bisschen Gefühl für ein paar Dinge.

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