Treff

Heute war so ein richtiger Novembertag, wo man keinen Hund vor die Tür schickt. Trotzdem bin ich mit Regenschirm etwa 1 km gelaufen. Viel gab es nicht zu erleben, die Straßen waren leergefegt und die Häuser wirkten abweisend wie immer. Eines voll krass- weiße Betonwände ohne Fenster, ohne Türen, im Vorgarten schwarzer Schotter mit einigen Friedhofsbäumen. Ein Radfahrer mit orangegelber Jacke und Rucksack schiebt sein Rad den Berg rauf mir entgegen. Aha: da kommt ja Irgendlink! Ich freu mich…erst als er so 10 m von mir weg ist, merke ich, dass es ein jüngerer junger Mann war. Was ist daran erzählenswert? Wie lange es gedauert hat, bis meine Erwartungen durch Hinsehen widerlegt waren.
Wenn ich etwas so oder so erwarte, verändert es irgendwie die Wahrnehmung. Ich habe schon davon gesprochen, dass ich, wenn ich mit dem Fotoapparat auf Motivsuche bin, mir manches Motiv schöner vor meinem inneren Auge male, als es in echt ist. Die Kamera macht da natürlich nicht mit und ich bin enttäuscht von dem Ergebnis. Komme ich mit nüchternem Blick noch einmal an dem Motiv vorbei, merke ich, wie kann es anders sein, dass die Kamera recht hatte.
Ich will jetzt nicht von Verliebtheiten sprechen und was da so alles passieren kann!

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4 Kommentare zu „Treff

  1. hihi, irgendlink und rad schieben?
    aber im ernst: der gedanke ist spannend, dass wir deshalb manchmal von den bildern enttäuscht sind, weil wir sie „anders gesehen“ haben, geschönt eben.
    danke für den input!

  2. Ach nein, wie schön du diese kleine Enttäuschung in Fragen umwandelst. Ich bin ja froh, dass wir die Dinge schöner sehen, als es die Kamera kann. Nur ist die Frage: Hat jetzt die Kamera recht oder wir? Ich würde sagen: Wir haben mehr Recht. Die Kamera kann jar gar nicht so viele Farben abbilden, wie wir sehen. Hihi. Und denken kann sie ja auch nicht, geschweige denn fühlen. Ich glaube, wir liegen richtiger. *lach*

    1. Von unserem Auge in die Welt geblickt, haben bestimmt wir recht. Der Faden lässt sich noch weiter spinnen. Ich will es jetzt aber nur von der heiteren Seite sehen. Klar ist, dass eine Ameise oder ein Maulwurf eine andere Wahrnehmung haben. Aufnehmeorgan – sprich Auge- Weiterverarbeitung im Kopf- und Zustand des Sehers, um nur einige Einflüsse zu nennen.
      Gerade auf dem obengenannten Spazierweg habe ich mal einen Film verknipst mit der Hasselblad, wobei aber der Film zuvor nicht richtig weitergedreht war, also kein Bild in echt auf den Filmstreifen kam- ich kann mich aber noch gut an die Fotos (die nicht vorhandenen) erinnern. Das ist aber noch eine andere Geschichte. 🙂

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