Alltag

Feiertage sind schön und Alltag ist auch schön. Nachdem ich etliche Jahre in Pension bin, habe ich nicht mehr so viel Leistungsdruck. Morgens beim Aufstehen: habe ich die Nacht über gut geschlafen, könnte ich ja um halb acht aufstehen. Ich könnte aber auch noch mal meine Zehen massieren. Ich kann einen Plan machen, auf welche Arbeit ich das Hauptgewicht legen will, oder ob ich mir mal eine Shoppingtour gönne.
So was zu schreiben, ist bedenklich, weil der eine oder andere neidisch werden könnte. Als ich noch gearbeitet habe, war ich einmal morgens auf dem Weg zur Schule richtig neidisch, als ich 2 Nurhausfrauen, die ich kannte, gemütlich plaudernd zur Sportstunde gehen sah.
Manchmal denke ich, es gibt einen kleinen Graben zwischen den berufstätigen und den nichtberufstätigen Hausfrauen. Es gibt vielleicht auch Misstrauen, Künstlern gegenüber, weil diese sich ihre Arbeit einteilen können und von manchen als Nichtstuer eingeschätzt werden. Die amusieren sich in ihrem Atelier und wir sollen noch dafür zahlen?
Also ich habe trotz Pension noch einige Pflichten und kann nicht gerade die Stunden in die Luft blasen, aber ich kann es mir leisten, Blogeinträge zu schreiben, was ja wirklich Spaß macht, zumal es so nette Kommentare gibt, für die ich mich hier mal richtig im Blog selbst bedanken möchte. Denn die Zahl meiner Freundinnen ist geschrumpft, da freue ich mich über neue Kontakte.

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6 Kommentare zu „Alltag

  1. ich sehe diesen von dir beschriebenen graben auch zwischen arbeitslosen – sprich: stellensuchenden – menschen (wie mich), und solchen, die einer „geregelten arbeit“ nachgehen (und meine arbeitslosenentschädigung berappen).

    es ist so sehr in unseren köpfen verankert, dass man sein einkommen mit möglichst harter arbeit verdient. *grmpf*

    nicht falsch verstehen, ich arbeite gerne, aber ich zweifle je älter ich werde an dieesem zweigeteilten weltbild [hier arbeit (kann, muss aber nicht, spass machen, bringt dafür geld) und dort freizeit (da darfst du gerne ein bisschen kreativ sein)].
    irgendwie ist das doch wider die natur, oderrr, auch dieses ganze geldfixiertsein.

    das thema neid wird wohl immer da sein, solange menschen mit dem, was sie sind und haben, nicht zufrieden sind. ich beneide ja nur dann jemanden, wenn ich etwas entbehre, was ich haben will (gut, das ist vielleicht ein bisschen zuu einfach gesagt …).

    der oder die kunstschaffende ist wie ein/e seiltänzerIn, nur gibt es meistens kein netz.

    grinsen muss ich über „mir eine shoppingtour gönnen“. grinsen, weil ich soo was von ungern shoppe. bei mir würde stehen: „mal wieder ein paar notwendigkeiten, die ich nicht im internet bekommen kann, kaufen und mich dazu möglichst schmerzfrei ins getümmel stürzen“.

    so unterschiedlich gehen wir an dinge heran. zum glück ist das für alle ein bisschen anders.

    oh, das erinnert mich grad dran, dass ich druckertinte kaufen muss. im netz. 🙂

  2. Also vor Weihnachten sollte man nicht kaufen, sondern eher um die Zeit jetzt- vieles war billiger. Die Sache mit dem Geld ist schon infragestellbar. Ich sage oft, ab einer gewissen Summe grenzt Besitz an Diebstal. Dann muss man auch noch die Frauen aushalten, deren einziges Verdienst es ist, sich gut verheiratet zu haben und die sich mit den Seitensprüngen arrangieren können. Die sind oft besonders krass zickig. Ich denke, man kann froh sein, wenn man zurecht kommt und gute Laune hat. Aber ich will mich vor der Rolle der „Guteratetante“ hüten, deswegen wird manch Satz wieder ausgeixt.

  3. Es war eigentlich weniger Neid, der mich beschäftigte, sondern der Mangel an partnerschaftlichem Verhalten. Neid kommt bei mir so selten vor, dass ich mich an die wenigen Male noch erinnern kann. Ich habe damals meine Arbeitsstunden so legen lassen, dass ich auch zum Sport gehen konnte. Und ich gehe heute noch hin, während von den Damen lange nichts mehr zu sehen ist. Da war der Neid doch mal zu was gut.

  4. Doch, ich beneide manchmal Menschen, die genug Raum-Zeit haben, ihren Tag selbst ohne Termindruck einzuteilen und allen möglichen Ideen nachzuhängen, alle Bücher zu lesen, die sie gerade wollen und alle Dinge auszuprobieren, wonach ihnen sinnt – aber manchmal eben auch ganz und gar nicht, weil ich den Fokus auf ein bestimmtes Projekt, auf eine bestimmte Widerstände dsbzgl. vermissen würde. Ich brauche dieses Hyperfokussieren, um richtig tief in eine Sache hineinzusteigen, und das habe ich am Besten mit Kollegen und Kolleginnen: austüfteln, niederschreiben, analysieren, verwerfen, neu anfangen, lachen. Das Wechseln zwischen beiden Zuständen in einem guten Maße erachte ich für wichtiger für mein eigenes Glück als nur „frei“ oder nur „unter Termindruck“ zu sein!

    Aber du genießt doch deine halbfreien Tage! Lass dir das von niemandem ausreden!

    Was du über Geld schreibst, kann ich echt unterschreiben. Gestern habe ich in einem Bericht gesehen, wie Menschen in einem Hotel 30.000 EURO pro Nacht zahlen und mit Schokolade und Gold glasierte Erdbeeren essen. Das ist doch einfach nur widerlich, wenn ich denke, dass man aus 10 solcher Erdbeeren einen Goldring machen kann, mit dem eine afrikanische Familie 2 Monate überleben kann. Und dieser Scheißtypen verdauen das und spülen es das Klo runter.

    Aber wenn man sagt, jeder soll und darf, wie er will, dann muss man auch so etwas tolerieren. (Gut, dass ich nicht zu den Menschen gehöre, die sich besser fühlen, indem für alles Toleranz entwickeln. Ich find’s gelinde gesagt Scheiße!)

  5. Ich finde, wenn man ein Ziel hat, das zu erreichen Mühe und Konzentration verlangt, ist man für vieles nicht so anfällig. Wenn ich beim Aufstehen nur das Problem lösen muss, welche Farbe Nagellack ich auflege, dann habe ich in meinen Augen ein Problem. Solange ich aber nicht zu einer Person werde, die anderen Probleme verursacht, will ich da eher lächeln.

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