Wärme

Draußen ist es ja richtig kalt, drinnen hatte ich heute aber auch mehrmals kalt. Aus Versehen habe ich ein zu kurzes Unterhemd angezogen, nur ein Zentimeter unbedeckt macht schon viel aus. Dann waren auch beim Einkaufen die Füße kalt, da nass geworden beim Rausbringen von Papierabfall. Wenn ich dann esse, werden sie noch kälter. Im Ofen, der im Wohnzimmer steht, brennen langsam vor sich hin 3 Briquetts. Ich gehe die letzten Holzstücke im Garten suchen, spalte noch eines, da alle zu groß sind und werfe sie in den Ofen, mache unten die Klappe auf, damit mehr Luft dazu kommt. Lese einige Gedichte und merke dann, dass ich jetzt viel zu warm habe, gar nicht mehr richtig denken und mich bewegen kann vor lauter Wärme. Da könnte ich geschwind etwas abgeben an jemanden, der friert, wenn ich könnte. In Australien so heiß- in Sibirien so kalt. Oft denke ich im Winter an die vielen Menschen, die in zugigen alten Holzhäusern wohnen mit Schneeblumen an den Fenstern und es nur in Ofennähe etwas warm wird. Gut, man kann sich auch etwas umgewöhnen. Wir hatten mal ne Kanufreizeit in Luneville in Zelten wohnend und morgens waren die Spritzdecken an den Booten angefroren. Ein Bekannter hat uns zum Essen eingeladen und wir bekamen bei normalen Zimmertemperaturen violettrote Köpfe vor Hitze.
Die Wärme macht mich noch fauler, als ich schon bin.
Peter von Matt hat als letzten Satz in seinem Buch „Wörterleuchten“ geschrieben:“ Die Dichtung gehört zum Planeten wie Blitz und Donner“, was mich etwas gewundert hat.Ich lese gern, wie er Stellung zu Geschriebenem nimmt.

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4 Kommentare zu „Wärme

  1. Wärme ist Luxus, liebe Blinky. Das ist wirklich so. Ich sitze gerade mit weit offenem Fenster am Schreibtisch, weil ich immer wieder mal die kalte Luft reinlasse und mich gerne von ihr umwerfen lasse. Übrigens habe ich – im Sommer sowie im Winter – immer nur ein „Zuhausenachthemd“ an, weil ich es überhaupt nicht mag, warm eingepackt zu sein. Und schlafen tue ich auch nur mit noch weniger, sonst kann ich gar nicht schlafen. Ich liebe die Kälte. Aber das weißt du ja sicherlich schon längst.

    Ich vergesse aber nicht, was diese Kälte für andere bedeutet, und was sie auch an Überlebenswillen gefordert hat in der Eiszeit.

  2. Also in meinem Schlafzimmer sind es so etwa 16 , im Wohnzimmer 18-19 Grad, da würde ich mit Deinen Bekleidungsstücken Probleme bekommen. Wir hatten einen Schüler, der im unbeheizten Wohnwagen lebte, daraufhin hat meine Tochter versucht, bei offenem Fenster zu schlafen, was unser Modell auch öfter macht. Das hat sie aber erkrankt schnell bleiben lassen. Fritz- das Modell- hat versucht, wenn er im Pfälzer Wald auf dem Boden schlief, sich an seinem Hund zu wärmen. Jetzt hat er aber keinen Hund mehr- dieser war am Schluss fast blind und hat im Atelier immer die Staffeleien und anderes umgerissen. So kommt man vom 100. zum 1000.- jetzt könnte ich noch was über Blindheit schreiben usw.

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