Schwimmen

Letzhin hat Monika in einem Kommentar (Artikel:“ Allein“ vom 9.12) geschrieben, dass sie sich beim Schwimmen wohl fühle. Ich habe nachgedacht- dabei gemerkt, dass in meiner Erinnerung nicht alles stimmt- schreibe trotzdem davon. Es gibt ein Bild von Max Ernst, das im Städel hängt und „aquis submersus“ heißt. Es nimmt Bezug auf die Geschichte von Th. Storm, wo eine Babysitterin flirtet und das Kind ertrinkt. Ich finde, es passt gar nicht so gut, weil in meiner Vorstellung das Kind in einem See ertrinkt und hier von hinten oben auf ein Schwimmbad geblickt wird (ich wage das Bild nicht zu zeigen, aber den Titel eingeben, dann kommt es), der Mond scheint schon und spiegelt sich im Wasser, ein Mensch macht Kopfsprung, ist halb im Wasser, einer steht schemenhaft mit dem Rücken zum Betrachter.
Ich dachte immer, das Bild heiße „der blinde Schwimmer“. Es war mir ein Parallelbild zu der Situation, in der sich ein Künstler befindet, wenn er ein Bild malen will. Blind- im Vertrauen darauf, dass da Wasser ist, das ihn hält und trägt, springt er ins Wasser. Ein Mut ohne gleichen, wenn man nicht schon ein festes Konzept hat.
Es gibt auch ein Bild von Max Ernst, das „der blinde Schwimmer“ heißt, sieht aus wie beige Streifentapete, die an 2 Stellen zerteilt wird, einmal von einer bootförmigen weißen Form.
Ich will ja nicht so lange Artikel schreiben, bin aber mit „schwimmen “ noch nicht fertig. Eigentlicher Anlass ist mir das Gedicht von Conrad Ferdinand Meyer mit dem Titel Nicola Pesce. Für mich gut, da gedeutet von Peter von Matt im Band „Wörterleuchten“ Hanser Verlag Seite 111.
Da ist dann auch vom „Taucher“ die Rede mit dem Hintergedanken: was machen Leute nicht alles für Geld“.
Aber darum geht es mir nicht eigentlich, sondern darum, warum man sich so wohl fühlen kann beim Eintauchen in kühles Wasser? Man ist nur eine Person, alle Sinne sind einen Moment lang geschockt von dem Wechsel aus der Luft in das Wasser. Im Gedicht heißt es :“ich freue mich.“
Angedeutet ist, dass ein einsamer Mensch nicht zwangsläufig unglücklich und unausstehlich sein muss.
Sich mit der Sache an der Quelle- dem Gedicht- zu beschäftigen, ist vielleicht nicht verkehrt, denn ich habe nicht alles verstanden und beschrieben.

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4 Kommentare zu „Schwimmen

  1. Hi, das ist klug die Bilder nicht in den blog zu packen, man kann sie einfach genug finden. Ich frag mich ob die Titel fuer beide Bilder nicht ein Jux sind. „Der blinde Schwimmer“ ist doch deutlich ein Slalomkajak, dass aus einem sehr schmalen Kehrwasser mit wenig aufkanten in ein etwas groesseres Kehrwasser hinter einem runden Stein traversiert. Vielleicht heisst das Bild etwas mit Schwimmer weil zu wenig aufgekantet, oder zu spaet (blind?), gekentert und nicht gerollt, aber ich bin ja kein Kunsthistoriker.

  2. Ich frage mich, wie Kunsthistoriker mit der Kenterrolle zurecht kommen. Da sie gern viel reden, sind sie als Gekenterte untergehgefährdet. Unseren Musiker habe ich ja mal früh um sechse im kühlen Freibad getroffen, der konnte gut schwimmen.

  3. der erste max-ernst’schee schwimmer wirkt auf mich eher wie ein steckengebliebener springer, sogar ein wenig wie ein bügelbrett. und beim blinden schwimmer ist auch für mich knallhart ein kanu zu sehen. und die furnierte strömung. das muss auch der kunsthistoriker zur kenntnis nehmen, dass hier offenbar holz ins fließen gerät. und mit kanus befahren wird.

    1. Wenn blinde Schwimmer und Schwimmerinnen Wettkampf schwimmen, müssen sie gut geradeaus schwimmen können und am besten, es sagt ihnen jemand, wenn sie kurz vor der Wende sind.
      Ja was so in Künstlerköpfen beim Titelerfinden vorgeht, kann auch schon mal Kunst sein. Ich denke da an den Skulpteur und Malen St.R.

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