Der richtige Moment

Oksana spricht auch davon, dass sie Persönliches, das ihre Welt widerspiegelt, in die Fotos miteinbringen möchte. Und dass sie verliebt war bei diesem Motiv mit der Frau am Tisch, aber erst mal so 15 Min. lang ihr Vertrauen gewinnen musste, damit das Bild gelingen konnte.
Ich erzähle oft, was mir einmal nach einem Gespräch mit meinem Sohn passiert ist. „Warum sind Deine Fotos so viel besser als meine?- Er: Du musst warten, bis das Licht die Besonderheit gut rausbringt.“
Na gut, denke ich, als ich mal ne Kuh fotografieren wollte, warte ich halt. Warte, warte, warte.. setze mich schließlich am Rand der Weide ins Gras, warte weiter, es will nicht gelingen. Aber wie ich wieder aufstehe, gibt es einen großen Effekt: ich hatte mich mit meinem weißen Rock genau in einen Kuhhaufen, der im Gras versteckt war, gesetzt! Das sah sehr zweideutig aus, wurde auch nicht viel besser, als ich versuchte, es im nahen Hornbach zu reinigen. Es war fast der richtige Moment, um ganz ins Wasser zu fallen.
Da geht ja wieder mal was durcheinander. Ich fotografiere ja oft die Landschaft auf der Sickinger Höhe und erlebe immer wieder: das Motiv ist reizvoll, aber ich kann nicht stehen bleiben mit dem Auto, oder eine geschickte Parkmöglichkeit ist da, aber das Motiv nicht so reizvoll. Dann bin ich neidisch auf Leute, die mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sind und die so reizvolle Motive in ihrer Umgebung treffen. Aber ich habe auch einige brauchbare Fots von Kühen, muss ich ehrlicher Weise zugeben. Es hat sich nicht gut gescannt, da habe ich noch einen Esel beigefügt. Vielleicht sollte man immer, wenn man in einen Anblick verliebt ist, einen Fotoapparat dabei haben, oder, wie bei meiner Tochter, ein Notitzbuch.

kuhkleselkl

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5 Kommentare zu „Der richtige Moment

  1. das kuhbild in groß hat was von einem gemälde. mir gefallen die beiden fotos 🙂 und mir gefällt dein text.

    „… gibt es einen großen Effekt: ich hatte mich mit meinem weißen Rock genau in einen Kuhhaufen, der im Gras versteckt war, gesetzt! Das sah sehr zweideutig aus, wurde auch nicht viel besser, als ich versuchte, es im nahen Hornbach zu reinigen. Es war fast der richtige Moment, um ganz ins Wasser zu fallen.“

    herrlich resümmiert! 🙂

      1. Mir sind mal, als ich auf der Weide hinter dem Hof Pilze holen wollte, 5 Rinder in einer Reihe nachgerast, da war ich alles andere als ruhig, zumal ich meinen Jüngsten- damals etwa 3 Jahre- dabei hatte.:-)

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