Der Mai ist gekommen

Ich erinnere mich an das Gefühl der Freude in meiner Kindheit, wenn man endlich singen konnte: „der Mai ist gekommen“. Es kam vermutlich auch die Hoffnung auf ein „Mehr an Freiheit“ dazu. Wieder die Fenster aufstehen lassen können, draußen herumlaufen zu können, irgendwie durch die eher körpernahen Temperaturen sich besser fühlen zu können. Mit einer Hoffnung auf mehr Freiheit habe ich gelebt. Nicht mehr in die Schule gehen zu müssen, machen zu können, wonach man Lust hat, nicht mehr von der Familie ständig gebremst zu werden usw. Gewisse Regeln wurden aber trotzdem noch befolgt, wie z.B. sich nicht intensiv mit Männern einzulassen, es sei denn, man heiratet und bekommt Kinder.
Als es dann so weit war, meine Tochter in ihrem Bettchen lag, mal weinte und mal lachte, wurde mir bewußt, dass das auch ein weniger an Freiheit nach sich zieht. Ich habe mich nicht beschwert, denn ich wollte ja das Kind haben, aber es existiert noch eine Zeichnung, die ich zu der Zeit gemacht habe, als meine Tochter und dann auch die Söhne mit einigem Gemecker und Gezerre ihre Mutter ganz schön im Griff hatten. Viel Zeit blieb zwischen wickeln, füttern, waschen, aufpassen usw. nicht mehr. Es war mehr die Freiheit, das tun zu können, was man für wichtig und notwendig gehalten hat.

oldkl

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2 Kommentare zu „Der Mai ist gekommen

  1. Das Haus im Griff haben und doch fragend nach einer Pause schauen. Ich erlebe das oft, dass junge Mütter überfordert sind. Sie lieben ihre Kinder, fragen sich aber auch, wann es je wieder Pause geben wird. Ich glaube, es gibt keine Pause mit Kindern. Egal, wie erwachsen sie sind, die Sorge um sie bleibt; und ich finde, Sorgen ist anstrengend. Trotzdem scheinen sie jede Mühe wert zu sein. ❤

  2. Es ist eine große Umstellung, was zuvor wichtig erschien, tritt in den Hintergrund. Ich denke oft an Eltern, deren Kinder nicht mehr da sind, wie schwer sie das tragen müssen.
    Die Sorge um das Wohl der Kinder nimmt einen breiten Raum ein.

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