Foto ohne Apparat

14 Tage, nachdem ich von der wunderbaren Schafvermehrung geschrieben habe, waren wir wieder auf dem Hof, um Käse zu kaufen. Jetzt waren 9 kleine milchkaffeebraune Schäfchen am mäh-rufen, Halme zupfen und Milch bei den fast kugeligen, wolligen Mamis auf ihren dünnen Beinen suchend. „Kein Fotoapparat dabei“, geht es mir durch den Kopf, „da hastenixzublogge.“Dann: „es muss doch auch ohne gehen, schau gut hin, fotografiere mit dem Kopf und beschreibe es dann.“
Fotografieren geht halt schneller. Ich kann eher meine Freude über den Anblick festhalten als das Aussehen selbst. Einfach dastehen und den Tieren in natürlicher Umgebung zuschauen. Wie sie so ohne gegängelt zu werden durch das hohe Gras unter den noch blühenden Bäumen frei ihren Weg suchen können. Werde ich jetzt so langsam neidisch?
Wenn ich an die vielen von moderner Fleischindustrie vollgestopften und zusammengepferchten Tiere denke, dann will ich nicht als Huhn oder Kuh wiedergeboren werden. Aber zufrieden sein mit Gras und Wasser, wer kann das schon?
Schaf mit Fotoarrarat vor dem Auge? Das hab ich noch nicht gesehen.

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8 Kommentare zu „Foto ohne Apparat

  1. … ist doch klasse, mal so ganz ohne diese Apparate! Dabei fällt mir ein, dass die Weisheiten und Geschichten ja vor dem Buchdruck auch mündlich weitergegeben wurden – und es gab den Geschichten die Chance sich durch die Personen, die sie erzählt haben an die Zeit in denen sie erzählt wurden anzupassen…
    In Deiner steckt eine ganze Menge mehr, als nur das Bild von Lämmern auf der Wiese 😉

  2. Nichtmal ein Handy mit Kamera dabeigehabt? (Einnert mich an mich, der ich trotz Höhenangst hier in Halle an der Saale auf den Hausmannstürmen war – ohne Fotoapparat. Voller Stolz rief ich, nachdem ich wieder unten war, jemanden an – und hatte ein Handy mit Kamera in der Hand …)

    1. Das Handy zum fotografieren ist mir noch fremd, ich fürchte, ich hätte nicht geschickt damit umgehen können.

  3. „Aber zufrieden sein mit Gras und Wasser, wer kann das schon?“ sie können das. und das, weil es ihrer natur entspricht. wenn wir nur noch täten, was unserer natur entspricht … hm … ein versuch wäre es wert … nur müssten wir dann mal wissen, was das überhaupt ist.

    🙂

    kennst du den?
    sagt ein schaf zum andern (beide lungern neben dem rasenmäher rum): mäh.
    sagt das zweite schaf: mäh, mäh!
    sagt der rasenmäher zu den beiden: nein, mädels, heute seid ihr dran!

    1. Das mit den Schafen neben dem Rasenmäher kannte ich nicht. Vor lauter Regen kommt man kaum noch zur Gartenpflege.

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