Unikat

Also erst gab es mal einen Tag mit viel Wolken, dann wieder Regen, Regen, Regen. Ich habe im Garten eine Pfingstrose, die nur eine Blüte im Jahr zeigt. Diese gefällt mir dann besonders gut. Dieses Jahr ließ sie allerdings den Blütenkopf hängen und obwohl ich sie etwas hoch gebunden hatte, konnte ich nur mit Mühe ihre gelben Staubgefäße fotografieren.

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So einiges ging mir durch den Kopf: vielleicht solltest Du auch nur ein Bild im Jahr malen und nicht so zahlreich produzieren wie vergleichsweise der Giersch in meinem Garten. Aber wenn es dann viel regnet und meine Blüte gar nicht registriert wird?
Auf der anderen Seite: ich habe schon so viele Bilder übermalt, die eigentlich schön ausgesehen haben, in denen ich aber nichts Sinnhaftes außer dem Spiel der Farben gesehen habe.
Gestern lag wieder mal einiges Farbenfrohes auf dem Boden, dem ich mit der Suche nach sinnvoller Lesbarkeit der Farben und Formen nur schaden würde. Wer liest schon die Inhalte? Lass sie so, wie sie sind, ging es mir durch den Kopf. M.v.E.Eschenbach hat schon gesagt, dass in der Kunst nicht „aller Anfang schwer“, sondern das Vollenden schwer sei.
Na ja fotografieren werde ich sie auf jeden Fall. Gerade heute, wo nach Wolken und Regen auch mal wieder die Sonne da ist.

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3 Kommentare zu „Unikat

  1. noch immer scheint hier die sonne. ich habe geschwitzt. erstaunlich wie mich das erstaunt, obwohl es andere jahre normal ist.

    was du über die fülle und das wenige sagst, ist ein mich faszinierender ansatz. machen wir so viel, weil das wenige, das kleine übersehen wird?

    irgendlink fasste es heute so zusammen: in dtld. wollen alle gesehen werden, grösser, besser, schneller, reicher sein – in der schweiz sind die leute viel weniger am ellbögeln …

    ich freue mich jedenfalls oft mehr über das kleine (das eine einzelne bild an einer grossen ansonsten leeren wand in einer berliner galerie), weil es mich oft mehr berühren kann als die fülle. manchmal. und manchmal ist es die oppulenz, die fülle, die mich mit grossem staunen erfüllt.

    vielleicht ist es wie frau eschenbach sagt. auch beim schreiben ist es schwer, aufzuhören, wenn es gut ist.

    danke für den gedankenanstoß!

  2. Die Pfingstrosenblüte konnte sich jetzt bei der Sonne wieder etwas aufrichten und ihre schönen Staubgefäße aus dem geheimnisvollen Inneren leuchten lassen, was mich gefreut hat. Es muss ja nicht immer gleich eine Südseereise sein, die Freude bereitet.
    Ja die Angeberei im Kunstgeschäft nimmt mir ein wenig den Mut, an die Öffentlichkeit zu gehen, habe nicht mehr die Nerven für viele Veranstaltungen.
    Die Frau v. Eschenbach hat viele coole Sprüche losgelassen, das Buch liegt bei mir im Badezimmer 🙂

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