Scherben

Man sagt ja:“ Scherben bringen Glück“. Als man Duchamp sagte, dass das „große Glas“ an dem er mehrere Jahre gearbeitet hatte, auf dem Transport kaputt gegangen sei, sagte er: „ich habe es mir angeschaut und mochte die Risse, oder Scherben ganz gern.“ (frei zitiert)
Viele Gegenstände sind mir zerbrochen, als in der Küche von oben was auf sie gefallen ist. So heute morgen: zwei Unterteller fielen, einer blieb heil, der zweite landete auf einem Glas, das dann auch einen Riß bekam. Ich mag den Riß auch ganz gern, kann das Glas aber nicht mehr benutzen, was mir leid tut.
Warum schreibe ich von einem zerbrochenen Glas?
Ich hatte gerade darüber nachgedacht, dass ich dafür, dass ich lange Jahre meine Schwiegermutter gepflegt hatte, eigentlich wenig Dank und Anerkennung von den Schwiegereltern erfahren habe. Da fallen die Teller runter… will mir das sagen, dass bei dem Gedanken etwas faul ist? Wo ist der Zusammenhang zwischen Denken und Ungeschicklichkeit. Muss ich in meinem Kopf etwas umprogrammieren, hatte ich etwas einfach falsch abgebucht?

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4 Kommentare zu „Scherben

  1. stimmt. man spricht ja auch von einfällen, auch da diese bewegung des falls. vielleicht muss man manche gedanken auch einfach fallen lassen? mir gefällt dieser satz ja außerordentlich gut, den du von duchamp zitierst: dieses: ich möchte den risse eigentlich ganz gern. wunderbar vieldeutig.

  2. ich mag diese gedankenfolge und ich mag das bild. ein schöner riss. obwohl … wir werten risse ja negativ. aber das hier riecht nach glück, weil es schön ist.
    die sache mit den programmen … ach ja. da denk ich auch oft drüber nach … und warum wir etwas tun – für andere. für uns.

  3. Festgefahrenes Denken mal wieder aus dem Ablage Schrank zu holen und mit aktuellem Denkstatus nochmals sich vor Augen zu halten ist nicht nicht verkehrt.

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