Geräusch

Schon das Wort hat was….eigentlich interessiert mich das Geräusch, das ohne menschliches Zutun geschieht, was aber schwer zu trennen ist. Zum Beispiel das Geräusch des Regens auf dem Dach- das Dach ist nicht ohne menschliches Zutun da. Das Rauschen der Bäume, das Geräusch des Wassers, das Klappern der Steine bei Wildwasser, der Schindeln, das Klappen der Türen, das Quietschen.
Dinge machen ja selten Geräusche, ohne dass man etwas mit ihnen macht. Absolute Stille gibt es vermutlich nicht, weil man dann seinen eigenen Herzschlag hört, wenn man nicht taub ist. Ich höre am Abend oft ein leises Pfeifen im Ohr, der Komputer brummt, aber sonst ist es sehr still nachts bei uns, gegen Morgen hört man den Zeitungsträger, der von der Sonntagzeitung hat das lauteste Moped.

In meinem Atelier haben wir mal ein Konzert mit den Freunden- Freundinnen gemacht mit lauter Geräuschen, die dort vorkommen können. Aber wir haben den Fehler gemacht, dass wir etwas Musikähnliches auf die Beine stellen wollten, was natürlich nicht gelang, anstatt einfach nur vor uns hin zu zu hämmern und zu kratzen. Ich denke, es ist auch schwer, ohne Instrumente Musikähnliches zu produzieren, schließlich hat John Cage auch ein präpariertes Klavier verwendet.
(Tom Waits fragt sich in dem Lied „what is he building“, was ein Mensch in seiner Wohnung knoddeln könnte bei den Geräuschen, die er produziert. Letze Zeile: “ We have a right to know.“) in Klammern, ist mir eingefallen, passt aber nicht richtig 🙂
Langweilt uns ein natürliches Geräusch nach einer Weile? Das ist eine Frage. Eine 2. Frage: “ Kann man etwas malen, das keine Kunstfertigkeit mit Kontrasten und versteckten rhythmischen Bezügen und so weiter hat, ähnlich wie ein natürliches Geräusch ist und dabei nicht langweilig? Bei dem man einfach sehen lernen kann. Weniger machen, aber neues Seherlebnis bieten ?

29kl

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6 Kommentare zu „Geräusch

  1. Gefällt mir sehr gut, sehr anregend, auch noch das Rauschen, das Anrauschen und das Abrauschen der Brandund der Ostsee im Ohr. Und ich musste zudem an Folgendes denken:

    Es gab im Februar im Haus der Kulturen der Welt ein Festival mit dem Titel UNMENSCHLICHE MUSIK – da wäre ich gerne hingegangen, Leider war ich an dem Wochenende nicht in Berlin.

    „Unser Musik-Kanon ist schon längst durch das Interesse an nichteuropäischer Musik erweitert worden. Nun ist es an der Zeit, noch einen Schritt weiter zu gehen: Im Menschen-Zeitalter wirft das HKW einen Blick darüber hinaus und präsentiert Kompositionen von Maschinen, Tieren und Zufällen.“

    Hier ist noch mehr dazu zu finden: http://www.hkw.de/de/programm/2013/unmenschliche_musik/unmenschliche_musik_83252.php

  2. Mein Computer saust auch, Einmal hat mir eine Lyrikerin erzählt, sie könne überhaupt nicht am Rechner schreiben, weil das Sausen der Lüftung und das Knarren beim Speichern sie immer denke lasse, es werde von ihr nun eine Eingabe erwartet, kurz, sie fühlte sich von den Betriebsgeräuschen durch ihren noch entstehenden Text hindurchgehetzt. Ich höre meinen Rechner natürlich auch schnaufen. Während ich tippe, ist es mir gleich, wenn ich lese, versetze ich ihn Stille.

  3. dieses bild klingt irgendwie blubberig, weiche musik, nicht rhytmisch, eher ein bisschen … hm … eigentlich passt tom waits ziemlich gut, wenn ich mir das so überlege … 🙂

  4. Das gefällt mir mit dem Blubberigen. Ich habe es ja oft mit Kontrasten. Versuche aber auch mal ohne oder mit leisen Kontrasten zurecht zu kommen. Danke für mitempfinden.

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