Neugier

Eigentlich bin ich gar nicht ein extrem neugieriger Mensch, aber bei meiner Mutter habe ich immer gern die Deckel von Porzellandöschen angehoben, um zu schauen, was drin ist.
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Natürlich weiß ich, dass in dem Kasten eine Sternwarte ist, aber was könnte in einem solchen Kasten sein?
Man hebt den Deckel und hört Klaviersonaten von Beethoven, es sind Pralinen drin, es ist das Bernsteinzimmer oder der Nibelungenschatz drin,
es sind Reste von Giftgas oder Entlaubungsmitteln drin,
es sind ausgestorbene giftige Tiere, Vampire, oder alles Leben vernichtender Schleim drin.

Ich schaue die große Dose an und lasse sie zu auf die Gefahr hin, dass ich für rückschrittlich, alt und verkalkt angesehen werde. Manchmal geht mir moderne Neugier auch auf die Nerven- nehmen wir nur mal die Dschungelkampgeschichte- es stellt sich jemand hin und filmt, wie jemand, der das gar nicht nötig hat, etwas isst, wovor es ihm graust und viele Leute betrachten sich das Salzstangen essend im Wohnzimmer. Mir graust es schon, wenn ich nur davon höre.

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3 Kommentare zu „Neugier

  1. herrlich geschrieben, liebe u.! am besten gefällt mir die passage:
    „Man hebt den Deckel und hört Klaviersonaten von Beethoven, es sind Pralinen drin, es ist das Bernsteinzimmer oder der Nibelungenschatz drin, es sind Reste von Giftgas oder Entlaubungsmitteln drin, es sind ausgestorbene giftige Tiere, Vampire, oder alles Leben vernichtender Schleim drin.“
    ich denke an pandora … du sicher auch?
    bis bald live?

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