Gerümpel

Heute war ich in einem Möbelgeschäft, das umräumt und alle alten Sachen verkaufen will. Eigentlich liebe ich es, zu schauen, was es da noch so gibt mit dem Hintergedanken: „brauch ich das vielleicht?“
Wenn man mal so alt ist wie ich, sollte die Frage eigentlich lauten: „was kann ich wegwerfen, verschenken oder verkaufen?“
Die Sachen- Küchenteile, Geschirre, Lampen, Schlafzimmerteile, Badevorleger wirken in dieser Zusammenstellung eher beleidigt, waren sie doch für eine bessere Position im Verkauf gekauft worden.
Da fallen mir die vielen Kunstwerke ein, die anfangs geliebt und gut aufgehängt wurden und dann so langsam auf den Speicher wanderten.
Ich denke, es schadet dem Ansehen eines Objektes, wenn man merkt, es wird schlampig irgendwohin gestellt.
Aber, es kann auch wieder entdeckt und geschätzt werden. „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zu Eckstein geworden.“
Man kann den Wert durch die Position beeinflussen. Da gibt es immer diese Grabenkämpfe bei Mitgliederausstellungen des Kunstvereins und ich gestehe, ich habe mich auch schon über die Hängung meiner Arbeit gekränkt.
Das ist aber alles noch nix gegen die Position neben silbrigen Fahnenstangen, die die Plastik „im Eck“ von Matschinsky- Denninghoff jetzt in Zweibrücken auf dem Herzogplatz hat. Man fragt sich: „wer hat da eigentlich Tomaten auf den Augen?“

Und, was sag ich: ich will die Plastik am falschen Platz fotografieren- und wat is:

sie steht wieder am alten Platz. 🙂

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2 Kommentare zu „Gerümpel

  1. doch keine tomatenbrille 🙂
    ich hab dich nun endlich mal abonniert, deine texte machen mich schmunzeln, nachdenken, die tomatenbrille ausziehen und anderes mehr. ich freu mich, dass du bloggst.

    das hier, mit der position, finde ich äusserst spannend. bei der gestaltung meiner rauminstallation (siehe irgendlinks offenes atelier) kommen u. a. alte verpackungen zum einsatz (everything is a remix). jedenfalls sagte diese woche eine besucherin, die miterlebte wie ich eine profane verpackung mit wenig mitteln (papier, kleister) verwandelte, wie erstaunlich es ist, dass sich dinge so verändern können. räume/positionen und kleister werden offenbar und leider noch immer und zu unrecht unterschätzt.

    1. Ein krasses Beispiel für schlechte Position und Hängung von Kunst, und dann hat man auch noch Lacher bezahlt, war die Ausstellung unter dem Titel „entartete Kunst“.

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