Zweifel

So eine Kunstvereinsausstellung hat auch ihr Gutes. Man schaut sich das Gemalte kritisch an und fragt sich, ob es die Welt positiv verändert. Man trifft ja selten Bilder, bei denen man sagt: hoppla, gefällt mir das gut, es berührt mich, bringt mir was. Das ist interessant gemacht, das sage ich öfter.
Dann betrachte ich mein Bild: ist interessant gemacht, aber reicht das? Es reiht sich als Vorbeigehbild ein.

Dann gehe ich ins Atelier, verändere die angefangnen Bilder, denke….
soll ich wirklich weiter malen, ist das notwendig und wenn ja, für wen?
Meine Freundin hat wirklich gut gemalt und hat von heute auf morgen aufgehört. Ich habe gesagt: wie schade und mir gewünscht, dass sie wieder weiter malen sollte. Aber bis jetzt ist es beim Schlusspunkt geblieben.

Mit einer Dame bei der Ausstellungseröffnung mich unterhaltend habe ich vom „Jahrmarkt der Eitelkeiten“ gesprochen.
Ich denke, das Problem sitzt irgendwo anders: wenn ich jemand kennen würde, der sich für meine Bemühungen und Ergebnisse interessieren würde, positive von negativen Machwerken trennen würde, würde Der Gedanke an die se Person mich anstacheln, mich weiter positiv zu entwickeln. Es ist ein Problem von „Kunst und Öffentlichkeit“. Ich komme zu wenig in die Öffentlichkeit, kenne vieles, was „in“ ist nicht mehr, empfinde meine Umgebung in der Kleinstadt eher langweilig und uninteressiert, stehe daneben. Umgekehrt würden eingeladene Gäste bei einer Ausstellung meiner Machwerke denken: „dejà vu“ und hätten auch recht damit.

Ich bin nicht bereit, mir meine Äußerungen als wichtig einzureden.

Eine Dame bei der Eröffnung hat mir so herzig einen Fubbes erzählt, wieso das von ihr gewählte Motiv etwas mit dem Tiel „Garten“ der Ausstellung zu tun hat und dabei mit den Augen gerollt, dass ich gedacht habe:
„Das würde noch fehlen, dass du Deinem Gemalten mit hahnebüchenen Erklärungen und Augenrollen versuchst Wichtigkeit zu geben, dann hörst du lieber auf zu malen, oder erträgst es, dass die Verbindung von Kunst und Öffentlichkeit halt nicht herbei zu zaubern ist.“
Jetzt sollte ich noch schreiben, jupheidi… natürlich male ich weiter, aber dann brauchte ich ja nicht die Überschrift ZWEIFEL zu wählen.
So eine Mitgliederausstellung einfach meiden, ist auch nicht die Lösung, denn man merkt dabei gut, dass etwas faul ist, was ich nicht mit meinen Bemühungen um interessanten Farbverteilung auf einer Leinwand verbessern kann.

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2 Kommentare zu „Zweifel

  1. Das ist gar nicht so einfach zubeantworten. Picasso hat von Badewannen gesang gesprochen, wenn die Beziehung zur Öffentlichkeit fehlt, kann man Zweifel haben. Vielleicht kann ich mal mündlich versuchen zu erklären.

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