Angebunden

Die Welt ist so groß, bei mir zu Hause ist es eher klein. Unterhaltung ist sparsam, weil mein Mann viel am Husten ist und meist seine Ruhe haben will. Da bin ich froh, wenn ich ins Atelier komme. Gestern kamen da auch 2 kleine Mädchen zum Zeichnen und Malen. Schön 🙂
Wenn man älter wird, werden die Wege kleiner. Früher mit den Kindern gereist, oft zu Kanuwettkämpfen. Heute ist meine Tochter vorrübergehend in der Casa Baldi bei Rom, ein Sohn lebt in der Schweiz, ein Sohn hat eine Ausstellung in Madrid, hat auch schon ne Großskulptur in Südkorea, auch eine in Frankreich oder Italien usw.
Es geht mir hier nicht so sehr darum, anzugeben.
Irgendwie ändert sich die Zeit: ich bin jetzt in dem Alter, wie ich meine Oma in Erinnerung habe und da vergleiche ich manchmal. Ich denke, sie hat sich nicht angebunden gefühlt, obwohl sie im Alter nicht mehr gereist ist. Es war einfach so, wie es war und basta. Sie war auch froh, dass es so war, wie es war, waren doch in ihrem Kopf noch die Erinnerungen an 3 Kriege!

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6 Kommentare zu „Angebunden

  1. Je weiter und größer wird die Welt erlebt haben, desto kleiner kommt uns vielleicht die eigene Welt vor? Nur, dass überall, wenn du dann dort bist, auch diese Umwelt irgendwann klein erscheint, weil wir darin sind, wir kleinen Ichs und Dus und so.
    Je mehr wir gesehen haben, desto mächtiger kann vielleicht der Druck des Angebundensein auf uns lasten?
    Manchmal beneide ich Menschen mit einem kleinen Horizont ein klein wenig, aber nur manchmal und auch nur ein kleines bisschen. 😉

    1. Es gibt ja den Spruch: „dumm sein und Arbeit haben, das ist das Glück“. Na ja, aber wie Du sagst: nur ein bisschen. Du hast recht, man nimmt in die Ferne das „Ich“ mit allem, was dazu gehört, mit. Da ändert sich nicht sooo viel. Aber schön ist es schon, was es so alles zu sehen gibt. Schön auch, wenn ich Kommentare lesen kann. Danke und schön Sonnenwochenende!

  2. Das klang für mich nicht im geringsten nach angeben, sondern nach vollkommen berechtigtem Stolz auf Deine Kinder! Die Du aber sicher auch ein wenig vermisst, wenn sie teilweise so weit entfernt sind. Wie schön, dass Du Dein Atelier hast, dass Du weiter kreativ bist und dabei nette Gesellschaft hast.
    Angebunden sein kann ja auch etwas gutes, schönes sein, im Sinne von gehalten, gebraucht, verbunden. Es ist wohl immer das, was man selbst daraus macht.

    1. Ja und dann gibt es auch das Vertrautsein mit der Umgebung. Wenn ich irgendwo bin, wo ich kein bekanntes Gesicht sehe, dann fühle ich mich verloren. Deinen letzten Satz verstehe ich so: da hat man einen klumpen Ton, den man zu etwas Brauchbarem formen kann.

  3. ich habe ebenfalls keine Angeberei gelesen, vielleicht ein bisschen Wehmut, in Bezug auf die Kinder, die man doch nicht mehr oft sieht und hört, vielleicht auch über das, was mal war und jetzt sich geändert hat. Ich habe überlegt, ob es unweigerlich so ist, dass im Alter die Wege kleiner werden … bei den meisten wohl schon.

    Und ja, die Welt ist gross und daheim ist es oft klein, aber wenn ich dann vor die Türe gehe und durch die bekannten Wiesen und Wälder streife, dann wird auch diese Welt plötzlich wieder gross, nur die Kommunikation, die dürfte manchmal reichlicher ausfallen, so lese ich es bei dir zu deinem Mann hin und nehme ich hier auch oft so wahr-

    herzliche Grüsse zu dir hiin

  4. Danke für das Verständnis. Das mit Herumstreifen steht leicht im Gegensatz zu „angebunden“ sein. Viel Grüß und schön Sonntag !

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