Kalte Sophie

Dieses Jahr ist der Frühling voll Überraschungen. Mal sucht man die Sommerkleider, dann wieder den Winterpulli. Wenn man denkt, die Eisheiligen sind jetzt mal vorbei, dann kommen immer wieder Tage, an denen man sich fragt: ist das jetzt die „kalte Sophie“ oder die „Schafskälte“ oder was auch immer. Ich habe mich so aufs Freibad gefreut, aber bei 18 Grad bin ich früher am Ende der Saison noch schwimmen gegangen, aber unabgehärtet fürchte ich, mich zu erkälten.

Ich bin halt auch nicht mehr die Jüngste. Es ist ähnlich wie beim Malen mit der guten Laune. Farbe auf Leinwand zu schmieren, ist ja wohl das Einfachste, was es gibt, aber in der Stimmung zu sein, dass bei der Arbeit etwas vom eigenen Denken und Fühlen miteinfließt, locker zu sein und doch äußerste Anspannung durchzuhalten, das ist nicht so einfach. Die berühmte Frustrationsakzeptanz: „warum soll ich überhaupt das machen, es interessiert keine Sau, was ich mache“ gegen diese Stimmen im Innern einzusetzen, das ist nicht einfach. Wenn man jetzt alt ist, sollte man nicht zusätzlich auch noch schlechte Laune verbreiten. Wenn man erlebt, wie um einen rum Freunde und Bekannte sterben, dann ist das auch leichter gesagt als getan.

Es gibt ja gruselige Blogs, in denen das eigene Sterben hautnah geschildert wird, und die dann auch noch von vielen gern gelesen werden, aber so was zu schreiben, würde weder meine Laune, noch die anderer verbessern. Gruselig ist es ja oft schon genug, wenn man den Fernseher einschaltet. 🙂

Wenn ich Leute so auf der Straße beobachte, dann fällt mir auf, dass viele schlechtgelaunt aussehen. Verliebte und Lachende sieht man auch eher selten. Früher denke ich, hat man öfter Verliebte gesehen, weil sie sich vielleicht im Haus nicht treffen durften. Als ich studierte, durfte mein Verlobter nicht mal bis an die Haustür kommen, wenn er mich abgeholt hat, außen am Tor musste er warten.

Was ich oft sehe, sind Leute, die ein Handy betrachten oder am Ohr haben.

Das hat jetzt aber mit der „kalten Sophie“ nur wirklich bei sehr weitschweifender Fantasie etwas zu tun.

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2 Kommentare zu „Kalte Sophie

  1. Ich sehe in glücklich-entspanntem Zustand wohl auch nicht so aus, wie ich mich fühle? Seit ich mir das mal bewusst gemacht habe, versuche ich, die voreiligen Schlussfolgerungen bei anderen zu relativieren. 😉
    Und ja, das mit dem Wetter ist heuer schon sehr seltsam. Ich genieße aber so die Sonne und die warmen Tage ein bisschen bewusster, als wenn es immer so ist. Vielleicht.
    Und das erste Bad des Jahres (Reuss, Aare, Limmat, See?) liegt auch noch vor mir … 🙂

  2. Das würde mir super gefallen, in diesen Flüssen schwimmen zu können. Da wünsch ich Dir, dass es bald schwimmwarm wird. Die Fotos sind unscharf aber nicht unangenehm, sie kommen bald dank dem neuen Scänner.

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