Gedächtnis

Als ich nach der Schweiz fuhr, stand auf meinem Bahnsteig zu meiner Abfahrtszeit ein Zug und vom Sprecher verstand ich nur das Wort Chur, es herrschte eine irre Nervosität, ich stieg ein und merkte bald, dass ich im falschen Zug saß. In Mainz bin ich dann ausgestiegen, mit einem Bummelzug nach Mannheim zurück und über Laubenheim und Worms und Frankenthal gekommen.

Das war eine Aufgabe für mein Gedächtnis: in Laubenheim die 1. Wohnung in der Fremde, in Worms über ein Tympanonfeld des Domes gearbeitet, in Frankenthal erste Anstellung nach der Referendarzeit.

Nur ein Beispiel: dieser Prof. Küchle, der so cool war, wie hat er eigentlich ausgesehen?

 

Prof. Gerke   https://i2.wp.com/web.rgzm.de/uploads/pics/Friedrich_Gerke.jpg

ist auf alten Fotos von mir zu sehen, aber der Küchle nicht.

„Das Netz weiß alles“, denke ich. Mit Mühe fällt mir ein, dass er Eugen hieß, aber ich kann kein Foto finden. Könnte er dieser oder jener Küchle gewesen sein?- Nein, die gehören alle nach Augsburg.

Wen könnte ich um ein Foto bitten?  Wenn ich in meinem Gedächtnis herumkrame, fällt mir Frau Renate Fritz Schillo, die das Unterhaus in Mainz mitbegründet hat, ein. Im Internet habe ich gelesen, dass sie schon gestorben ist. Sie arbeitete damals noch an diesem Hochschulinstitut für Kunst und Werkerziehung in Mainz, wohin ich nach der Schließung des Instituts in Saarbrücken geschickt wurde.

Bei meinem schlechten Namensgedächtnis ist da guter Rat teuer. Da werde ich außer dem Aussehen von Prof. Eugen Küchle noch einige andere Gedächtnislücken nicht schließen können.

4 Kommentare zu „Gedächtnis

  1. Manchmal ganz gut, dass das Netz nicht alles weiß. Ich drück dir die Daumen, dass du über klassische Recherche doch noch die eine oder andere Lücke schließen kannst.

    Eine Zugfahrt in die Schweiz kann tatsächlich ziemlich abenteuerlich werden. Hat ja dann wohl doch noch geklappt?

    1. Ja, was der Sprecher sagte und ich in dem Trubel der von einem zum anderen Bahnsteig hetzenden Leute nicht verstand, war: Reisende nach Chur sollen den nächsten Zug nehmen. Ein junger Mann im Zug hat mich darüber informiert, dass es einen Bahnsteigwechsel gegeben hatte.
      Es war eine schöne Zeit in der Schweiz.

      1. Normalerweise sind doch diese Ansagen hochdeutsch? (Es war auf dem Rückweg, als du nach Hause gefahren bist, gell?)

        Ansagen sind aber auch oft sehr schlecht verständlich. Schön, dass ihr es gut gehabt habt.

  2. Ei nee auf dem Hinweg: Reisende nach Chur sollten den nächsten Zug auf diesem Gleis nehmen und ich habe nur Chur verstanden 🙂

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