Zeit3

Februar 7, 2010 von blinkyblanky

Also gestern Abend war mal wieder Zeit zum Langweilen da. Ein KUVessen. Wie das bei Essen mit vornehm gedeckt und vielen Gästen so ist, die Speisen sind mit großen Abständen auf den Tisch gekommen. Es spielte eine Harfenistin mit Bierernst. Man konnte sich aber noch gerade so ein wenig mit seinem Nachbarn unterhalten. Als dann aber noch eine Flötistin eintraf und die beiden mit Bierernst spielten, war es mit Unterhaltung vorbei. Die vielen Leute saßen wie artige Schafe an den Tischen und lauschten mit schief gelegten Haupt, aber nicht so schief, dass man denken könnte: der ist eingeschlafen, hoffentlich schnarcht er gut laut.

Kaum war der Nachtisch verzehrt, brachen wir auf und ließen die Gesellschaft zurück mit dem Gedanken: das dauert jetzt wieder 5 Jahre, bis die Stimmung vergessen ist und man wieder bereit ist, so etwas noch mal auszuhalten. Das einzig Interessante ist, zu beobachten, wie sich die Zusammensetzung der Leute wieder verändert hat und wie man immer weniger davon kennt. Es ist auch interessant, wie viel weniger man wieder mal bereit ist, an einem Wettlauf der Eitelkeiten mit zu machen. Was ich auch interessant fand, war die Mimik einer Dame bei mir am Tisch. Sie redete so ganz freundlich mit der 3. Dame darüber, was gesund ist und was nicht und manchmal einige Gesprächsfetzen mit ihrem Mann. Dabei war zu beobachten, dass ihr Gesichtsausdruck ganz plötzlich mit wenig aber schneller Veränderung fast in Hass umschlug. Ich dachte so im Stillen: Kein Wunder, dass es so schwer ist, Portraits zu zeichnen, wenn das gleiche Gesicht mit nur halben Millimetern Verschiebung sich derart verändern kann und dann natürlich auch noch: ach du Schreck, der arme Mann!

Von daher also doch nicht so schlimm mit der Essensveranstatung, da solche Erfahrungen ja auch was wert sind.

Zeit2

Februar 5, 2010 von blinkyblanky

Eigentlich müsste es “Zeit3″ heißen, denn es gab schon mal einen Artikel über Zeit. Da schreibt man locker irgendeine Überschrift und kann sich aber nicht richtig an frühere Beiträge erinnern. Aber ich halte das für normal.

Also wenn ich jetzt über Zeit nachdenke, dann habe ich das Gefühl, dass ich aus der Aktualität heraus gewachsen bin. Da gibt es so viel, über das Leute richtig begeistert sind, das ich aber blöd finde. Ich will da nicht nach den Sternen in der Kunstszene greifen, es gibt so viele Namen, die mir gar nichts sagen. Da liest man, dass dieses oder jenes Paar sich getrennt hat- ei ich kenne weder den einen noch den anderen. Schaue auch nicht: Deutschland sucht den Superstar und auch Musiksendungen nur selten.In Pop Konzerte komme ich nicht.  Volksmusik im Fernsehen schon gar nicht und die vielen Krimis gehen mir schon lange auf die Nerven. Ins Kino komme ich auch fast nie, Computer Spiele kenne ich auch nicht, na usw. Ich könnte noch viel aufzählen, was zu unserem Zeitgeist gehört und mir unbekannt ist. Da ich aber so interessante Kinder habe, kenne ich inzwischen einiges aus der modernen Lyrik, einiges aus der Computer Welt, komme ohne Windows aus und kenne einige zeitgenössische Künstler wie A. Reyle, Uwe Henneken, die ich ohne meinen jüngsten Sohn nicht kennen würde. Dazu kommt Irgendlink, der mir bei der Einrichtung des Blogs geholfen hat, und dessen Blog mir Anregung gegeben hat.

Auf der einen Seite d’emod’ee, auf der anderen Seite interessierter als andere gleichaltrige Leute.

Wenn man jetzt schon so alt ist wie ich, kommt man unerbittlich zu dem Schluss, dass die Zeit so etwas wie ein eingegangener Pullover ist. Es ist nicht mehr so viel davon da und ich frage mich, wie ich sie am besten nutze. Dass ich nicht alles so machen kann, wie ich will, war schon angedeutet. Einfach, weil nicht so viel Zeit da ist. Ich kann auch nicht mehr alles so machen wie früher- passt auch nicht so gut, wenn ich z.B. zum Rodeln ginge. Was macht ein alter Mensch, was zieht er an, wird man ihm einen Sitzplatz anbieten in der Straßenbahn? Also ich habe das früher gemacht- meine:  alten Leuten meinen Sitzplatz angeboten. Wieviel schlechte Laune ist angebracht, wenn man nicht mehr so gut sieht, hört, laufen kann, im Garten schuften kann? Wenn sich Krankheiten breit machen und die Gesprächsthemen beherrschen, man immer öfter auf Beerdigungen gehen muss?

Ich denke, da wird sich schon ein passender Weg finden, wie man ans Ende kommt. Es zeigt sich ja auch Größe darin, wenn man die Mängel nicht noch durch schlechte Laune breit tritt.

Kann mir vielleicht einer sagen, was Trackbacks und Pingbacks sind? Schließlich kann man ja immer noch was lernen.

Jetzt beschäftigt sich ja mancher Zeitungs- oder Fernsehbeitrag mit “Altern”, weil es auch viel alte Leute gibt. Aber das, was da so kommt, ist eigentlich schon mal albern oder auch schon mal uninteressant. Es macht keinen Sinn, wenn man so tut, als wäre man jung und die moderne Jugend versucht zu kopieren. Also ich habe erst mit 70 angefangen, über Alter nachzudenken, manche kommen sich schon mit 30 alt vor. Also jetzt ist aber genug, hoffentlich fällt mir auch noch Lustigeres zum Thema “Zeit” ein.

Zeit

Februar 4, 2010 von blinkyblanky

Also einen Teil der Zeit habe ich dazu genutzt, wieder etwas Qigong und etwas Spanisch zu machen. Der Spanischkurs ist dann ausgefallen, weil viele wegen Schneeverwehungen eh nicht kommen konnten. Für die Qigongstunde habe ich mir heute früh einen dunklen Trainingsanzug gekauft. Aber die Qigongstunde ist auch ausgefallen, obwohl die Straßen wieder frei waren, stattdessen bin ich nach Püttlingen zu meinem Bruder gefahren. Er musste nach einer Knieoperation nochmal ins Krankenhaus und hatte heute, obwohl er Geburtstag hat, starke Schmerzen.

Da ist dann ja wirklich jeder Moment sehr sehr lange- für mich hat das Bein so ausgesehen, als ob da nicht nur ein Bluterguss, sondern auch eine innere Entzündung wäre. Jetzt kann ich gar nix anderes denken, weil ich Mitgefühl mit seinen Schmerzen habe. Da sagen die Ärzte: das machen wir schnell, dann wird alles besser. Ich sollte mir ja auch einen Schilddrüsenlappen und die Galle rausnehmen lassen, aber solange es da keinen weiteren Huddel gibt, bleibt alles drin. Mein Mann und auch meine Schwester scheuen  Arztbesuche. Das geht jetzt alles weit weg vom eigentlichen Thema, aber macht nix, ein ander Mal noch Philosophierereien über die Zeit.

Ruhe

Februar 1, 2010 von blinkyblanky

So eine weiße Decke draußen über allen Teilen strahlt doch Ruhe aus. Dazu kommt, dass man unseren steilen Berg nicht mit dem Auto fahren kann, da kein Salz mehr da ist. Was die Ruhe eher stört, ist die Sorge darum, wie meine Tochter mit dem Flieger aus Chicago kommend landen wird. Angenehme Unruhe dagegen war auch der Besuch von Sofasophia und Irgendlink gestern. Heute muss ich mich entscheiden, was von den Sachen, die ich mal mache, wenn ich Zeit habe, ich denn machen werde. Alles geht natürlich nicht, denn so viel Zeit ist dann doch nicht da. Schließlich begann der Tag mit der Pflicht zu kehren und zu streuen. Ich versuche, mich wieder mal an die Übungen des Qigong zu erinnern, nachdem ich jetzt auch einen Kurs habe. Sowas ist ganz gut, wenn die Energie zu solchen Übungen auf Sparflamme steht.

Man hat gut sagen: so was ist gut, man sollte sich immer die Zeit dazu nehmen. Diese Qigong Übungen sind ja sehr langsam und sagen uns dann, es muss auch mal langsam gehen können. Das ist schon ein interessantes Thema, was man so mit seiner Zeit macht. Da werde ich noch mal schreiben, denn jetzt brauche ich die Zeit dafür, was zu machen, was ich machen will, wenn ich Zeit habe.

Sonne

Januar 28, 2010 von blinkyblanky

Gestern ein Tag, an dem ich beim Aufwachen nicht zu faul war, die Hasselblad auszupacken und den Blick aus dem Fenster zu fotografieren. Auch die Eiche wurde noch mal bei Sonne aufgenommen.  Am Nachmittag hat sie sich dann wieder verdrückt. Aber immerhin.

Am Abend wurden mir noch neue Lautsprecher an meiner Anlage angeschlossen, der Verstärker ist auch endlich repariert und ich konnte wieder mal ein Maul voll Musik hören. Schööön! jetzt muss die Chose nur noch bezahlt werden- weniger schön. Aber wenn das wieder vergessen ist, bleibt die Freude an dem schönen Klang. Irgendwann habe ich mir mal vorgenommen, gut zu meinen Sinnen zu sein.

Fertig

Januar 26, 2010 von blinkyblanky

Also hier muss man echt draufklicken, sonst sieht man ein ganz scheppes Bild. Finde ich aber witzig. Was ja gar nicht so einfach ist, ist das Bild so zu fotografieren, dass es einigermaßen gerade ist. Das Licht war jetzt auf jeden Fall besser, als das Kunstlicht im Atelier. Die Helligkeit kommt von dem Schnee, der hier ringsum liegt. Ich mache noch ein Schneebild dazu.

Bilder

Januar 24, 2010 von blinkyblanky

Eigentlich habe ich gedacht, es würde besser aussehen- diese Veränderung des Bildes , die ich heute gemacht habe. Aber das Foto ist bei Kunstlicht, habe versucht, das zu dunkle zu verändern. Vielleicht zeige ich es dann noch mal. Was man erkennt, ist, dass es auch blöd ist, wenn man ersma alles verschlimmert. Einen Nachmittag lang habe ich das gemacht.

Messen 4

Januar 21, 2010 von blinkyblanky

Klar, es kommt darauf an, wer- mit allen seinem Vermögen, Ehrlichkeit und der Summe aus Verstand, Herz und Seele das Messen versucht. Beim Essen ist es ja auch nicht so, dass  alles Essen gut ist, nur weil jemand, der es nicht anders gewohnt ist, es gut findet. Wie sagt Marie von Ebner-Eschenbach: ” ein Schwachkopf, der über andere Menschen urteilen soll, kann sich höchstens in ihre Lage, nie aber in ihre Denk- und Empfindungsweise versetzen.”

So dürfte klar sein, dass vom Betrachter abhängt, wie die Gewichte verschoben werden- Richtung “bleibt” oder “bleibt nicht” oder kann noch verbessert werden. Für mich zählt das zuletzt fotografierte Bild zu “kann noch verbessert werden”. Die grellen Farben sind im Original und bei Licht eigentlich schön, aber der Aufbau der Farbflächen kann noch verbessert, oder wenn ich Pech habe, verschlimmert werden- dann gibt es “bleibt nicht”. Es ist ein fortlaufendes Band- die Beschäftigung mit Farben- das dann irgendwann mit den Worten “fertig” unterbrochen wird. Menzel ist ja heimlich mit Farbe und Pinsel ins Museum gegangen und hat die dort schon hängenden Bilder noch versucht, zu verbessern. Ich kenne Künstler, die verkaufte Arbeiten am liebsten austauschen würden, weil sie nicht mehr zu ihnen stehen. Gestern war ich bei Freunden, die ihr Wohnzimmer umgestaltet haben und jetzt passt ein Bild von mir nicht mehr hin. Es ist aber ein gutes Bild und sie suchen einen neuen Platz, was bei einem größeren Bild nicht einfach ist- es hat auch kräftige Farben. Wenn man fürs Wohnzimmer malt, dann muss man hakt sein Temperament zügeln, dafür hat man dann mehr Verkaufschancen.Auf der anderen Seite gibt es auch den Zufall, dass ein geschickter Galerist die Leute überzeugt, dass gerade das vorliegende Bild mit seiner total irren Farbigkeit total angesagt ist. Dann gibt es 2 Möglichkeiten: man nimmt in Kauf, dass es eigentlich nicht passt, oder man muss Zimmer und Haus anpassen. Doch endgültig ersma Schluss mit “messen”- das Maß aller Dinge gibt es sicher nicht.

Messen 3

Januar 19, 2010 von blinkyblanky

Also ich habe mal 2 Bilder fotografiert, um zu verdeutlichen, wie schwierig das ist mit dem Messen und dem Überflüssigkeitsbeweis. Das 1. Bild ist das schon bekannte (70×100), das noch mit grün weiter gemalt wurde, das 3. Bild ein Detail daraus. Das 2. Bild (40×40) ist schon vielfach übermalt, ohne zu passablem Ergebnis zu kommen und hat dann jetzt auch noch grüne Farbe abbekommen. Ich würde es, im Vergleich mit dem 1. eher als beliebig bezeichnen.

Aber sind die Bilder gut genug? Da warte ich dann noch ab, betrachte sie kritisch an verschiedenen Tagen und mit unterschiedlicher Stimmung, wenn sie mir nach einer Weile immer noch gefallen, dann hebe ich sie auf oder stelle sie auch mal aus. So eine Ausstellung ist ein guter Prüfstein. Das Gefühl, auch andere Leute betrachten die Arbeit, sagen vielleicht auch was, Freundinnen beschäftigen sich damit..usw. So manches Bild ist dann schnell in der Vergessenheit verschwunden- sprich übermalt worden.

Messen 2

Januar 18, 2010 von blinkyblanky

Wo ist das Problem, wieso eine Nadel im Heuhaufen suchen?

Ich habe ja schon mal davon gesprochen, wie schnell manche Leute Urteile fällen und Taten und Leute entweder in die Schüssel für liebe Leute oder die für böse Leute stecken. Dieses Blitzmessen nervt jedenfalls. Warum findet man nicht alles gut, was da so aus dem hohlen Bauch geschaffen wird? Weil halt nicht alles gut ist. Schon fängt man an, zickig zu sein. Wenn Hobbykünstler alles ausstellen, was sie machen, dann denke ich manchmal: hätte er oder sie wenigstens dieses eine Bild weggelassen. O si tacuisses… ein falsches Wort, eine Beziehung gerät ins schwanken. Auch das war schon erwähnt: le vase ou meurt cette Verveine…

Finde ich heute etwas weniger gut, was mir vor einigen Jahren noch gefallen hat. Wenn ich mich ändere, brauchen sich ja die anderen nicht zu ändern. Jeder hat das Recht, Künstler fertig zu machen, wenn er nur Bahnhof versteht, aber er darf dann nicht glauben, dass deswegen der Künstler schlecht ist. Er muss anerkennen, dass man ihn aus anderen Blicken gesehen, gut findet.

Der Seelendoktor sitzt da in seinem weißen Kittel und überlegt sich, ob der Patient da vor ihm eine Gefahr für die Allgemeinheit ist, ob man ihm in der Psychiatrie helfen kann, ob man ihn einsperren muss- kurz und gut, ob der verrückt ist.

Ausgangspunkt dieses wirren Redens war ja die Sache mit dem Ausixen und mit dem Überflüssigkeitsbeweis. Da habe ich erstmal gedacht: die Krätze ist überflüssig. Denn wenn jemand arm und dreckig ist, dann ist er gestraft genug und braucht nicht noch die Krätze. Aber es geht ja eigentlich um das Bejahen oder Verneinen von Kunstwerken. Dieses beliebige Rumhantieren mit Farben oder auch mit Worten, ohne sich zu fragen, was gut zusammen klingt, überraschend und interessant ist. Oft wird schon Vorhandenes leicht verändert, was in der Werbebranche durchaus zulässig ist, was aber nicht zu flach übernommen werden sollte. Es sollte ein Vorbild sein, aber nicht zum Abklatsch führen.

So langsam wird deutlich, wieso ich die Nadel im Heuhaufen suche, bin schon mitten im Heu. Ich stelle mir die Arbeit des Beurteilens von kreativer Arbeit so vor, wie man früher gewogen hat: ein langer Balken und man schiebt die Gewichte Millimeter nach rechts oder links, ohne mit dem Messen fertig werden zu können. Es ist einfach zu schwierig, ich muss damit leben, dass ich auch mal Bilder übermale oder wegwerfe, die ganz manierlich sind. Das ist auf jeden Fall besser als alles blind zu bejahen. Man muss sich vor Beliebigkeit hüten. Unter beliebig verstehe etwas, das eigentlich von jedem gemacht sein könnte und nicht den Stachel der eigenen Persönlichkeit zeigt. Eine Persönlichkeit entwickelt sich nur langsam im bequemen Sein, wenn man nicht liest, wenn man von Bildung nichts wissen will. Da sieht man es wieder: ich bin schon wieder zickig. Aber ich bin auch mir gegenüber zickig und das finde ich dann nicht so ungerecht. Vielleicht gelingt es mir mal, mich in der Thematik besser und deutlicher auszudrücken- hoffen wir es.